Kieler Gelehrtenschule

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Kieler Gelehrtenschule

Schulform
Gymnasium
Adresse
Feldstraße 19
Stadtteil
Brunswik
PLZ, Ort
24105 Kiel
Träger
Landeshauptstadt Kiel
Leitung
Rainer Schöneich
Website
http://www.kieler-gelehrtenschule.de
Kieler Gelehrtenschule


Die Kieler Gelehrtenschule ist ein Gymnasium, in dem neben dem Abitur auch der Mittlere Schulabschluss und die Fachhochschulreife angeboten werden.[1] Sie ist die zweitälteste Schule des Landes Schleswig-Holstein.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 17. Februar 1320 wurde von Graf Johann II. von Holstein-Kiel dem Magister Henricus de Culmine das Privileg zur Errichtung einer Schule in Kiel erteilt.[2]
1350 bezog die Schule ein Gebäude am Nikolaikirchhof und stand unter der Trägerschaft der Stadt Kiel und des Klosters Bordesholm. Der Hauptpastor an der Kieler St. Nikolaikirche war Rektor der Schule und Lehrer der ersten Lateinklasse.

Kieler Stadtschule[Bearbeiten]

Nach der Reformation trennte sich die Schule 1534 vom Bordesholmer Kloster und bezog ein neues Gebäude im ehemaligen Kieler Kloster. Getragen wurde sie als Kieler Stadtschule seitdem von der Geistlichkeit und der Stadt Kiel. Maßgeblich war für sie nun die Kirchenordnung von Johannes Bugenhagen.

1556 zog die Schule erneut in ein Gebäude in der Haßstraße, Ecke Faulstraße um. Zu dieser Zeit hatte die Schule etwa 80 Schüler. Um 1600 wurde an der Stadtschule auch Altgriechisch unterrichtet.

Der Dreißigjährige Krieg führte zu einem steten Niedergang der Schule, der auch durch die Neugründung der Universität und eine neue Schulordnung des Herzogs Peter, des spätere Zaren Peter III., nicht aufgehalten werden konnte.

Erst 1797 gelang eine durchgreifende Erneuerung: Der Rektor Dr. Danielsen trennte die Stadtschule in eine Bürgerschule und eine Lateinschule, die "Gelehrtenschule", die in loser Verbindung waren. Erst 1848 wurden sie gänzlich getrennt.

Gelehrtenschule[Bearbeiten]

1803 zog die Gelehrtenschule in die Küterstraße 5. Ihre Verstaatlichung erfolgte 1848, nur die Sachträgerschaft blieb bis 1891 bei der Stadt Kiel.

1868 erhielt sie einen repräsentativen Neubau in der Dammstraße am Kleinen Kiel. Mit dem Wachstum der Stadt Kiel als Marinehafen und Werftstandort stieg die Schülerzahl auf 500 Schüler an.

1891 wurde die Schule dann in die Sachträgerschaft des Staates Preußen übernommen und hieß nun Königliches Gymnasium – Kieler Gelehrtenschule.

Durch schulreformatorische Neuerungen wurdem seit 1919 auch Mädchen auf das Staatliche Gymnasium aufgenommen. 1937 erfolgte die NS-Schulreform; der letzte jüdische Schüler verließ im November 1938 die Schule.

Bei einem Luftangriff am 26. August 1944 wurde das Schulgebäude total zerstört. Die Schüler wurden bis April 1945 in ausgelagerten Sammelklassen unterrichtet. Am 29. November 1945 konnte der Unterricht im Gebäude der Humboldtschule wieder aufgenommen werden.

1953 konnte die Schule schließlich einen Neubau in der Feldstraße beziehen, der nach Erweiterungen erst 1963 fertiggestellt war.[3]

Das Gebäude ist eingetragen in die Liste der Kulturdenkmale in Kiel-Brunswik.[4]

Prominente Schüler[Bearbeiten]

  • Detlev von Liliencron, Lyriker ("Trutz, blanke Hans") (1844-1909)
  • Max Planck, Physiker (Quantentheorie, Physik-Nobelpreis 1918) (1858-1947)
  • Justus Frantz, Pianist und Begründer des Schleswig-Holstein Musik Festivals (* 1944)
  • Wolf von Lojewski, Fernsehjournalist (* 1937)
  • Axel Milberg, Theater- und Filmschauspieler ("Tatort-Kommissar"), (* 1956)

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kieler Gelehrtenschule – Sammlung von Bildern

Karte „Kieler Gelehrtenschule“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sonderbeilage der Kieler Nachrichten vom 28. Januar 2017
  2. Anmerkung: Laut Friedrich Volbehr steht in der Chronicon Kiliense tragicum-curiosum von Asmus Bremer, dass der Graf Johann der Milde (Johann III. von Holstein-Kiel, * um 1297, † 1359) das Privileg erteilte (Friedrich Volbehr, Beiträge zur Topographie der Stadt Kiel in den letzten drei Jahrhunderten Erste Hälfte: Schloß und Altstadt. in: Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Kiel 1881m S. 124
  3. Geschichte auf der Website der Kieler Gelehrtenschule.Wikipedia: „Kieler Gelehrtenschule“
  4. Flag of Schleswig-Holstein.svg Liste der Kulturdenkmale in Kiel (nach Stadtteilen gegliedert) in der deutschsprachigen Wikipedia