Olympische Sommerspiele 1972

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Das Olympische Feuer auf dem Schilkseer Hafenvorfeld, heute Büro des Hafenmeisters

Die Olympischen Sommerspiele 1972 (offiziell Spiele der XX. Olympiade genannt) wurden vom 26. August bis zum 11. September 1972 in München ausgetragen. Die meisten Wettkämpfe wurden im Olympiagelände München ausgetragen, mit dem Olympiastadion als zentrale Arena. Die Segelwettbewerbe wurden in Kiel-Schilksee veranstaltet; die Wettbewerbe im Kanuslalom fanden in Augsburg statt.[1]

Wertungen[Bearbeiten]

Ehrentafel

Es fanden insgesamt sechs Wettkämpfe im Segeln statt. Austragungsort der Segelwettkämpfe war vom 29. August bis 8. September 1972 das Olympiazentrum an der Kieler Förde. Aus dem Programm gestrichen wurde die 5,5-Meter-Klasse, welche durch die Bootsklassen Tempest und Soling ersetzt wurde. In jeder Klasse sollten sieben Wettfahrten ausgetragen werden, die jedoch wegen der schlechten Wind- und Wetterverhältnisse nicht in jedem Fall gestartet werden konnten. In der Drachenklasse und in der Solingklasse wurde die sechste Regatta mehrfach verlegt, die siebte abgesagt.[2]

Olymisches Feuer[Bearbeiten]

Der olympische Fackellauf, der auf eine Idee des Sportfunktionärs Carl Diem (1882–1962) zurückgeht, war erstmals 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin durchgeführt worden. 1972 wurde in Griechenland eine olympische Fackel entzündet und durch 5917 Fackelläufer zur Eröffnungsveranstaltung nach München getragen, wo am 26. August die olympische Flamme während der Eröffnungsveranstaltung entzündet wurde. Am 28. August traf das Feuer in Kiel-Schilksee ein, letzter Träger war hier der Schüler Philipp Lubinus.[3]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Nicht der Olympiahafen von 1936 am Hindenburgufer sollte diesmal Mittelpunkt der Segelregatten werden, sondern Schilksee, wo von 1968 bis 1972 auf dem ehemaligen Gelände eines Marinedepots das Olympiazentrum entstand. Der Schilkseer Hafen, der von 1962 bis 1966 ausgebaut worden war, musste in seiner Größe verdoppelt werden, um genügend Liegeplätze für die Segler anzubieten. Für den Ansturm der Besucherboote wurden in den Yachthäfen Düsternbrook, Strande, Wik, Laboe und Möltenort noch zusätzlich 600 Liegeplätze geschaffen.[4]

Daneben wurden aber in der Kieler Innenstadt noch viele weitere Maßnahmen durchgeführt, deren Auswirkungen bis heute zu spüren sind. So bekam Kiel einen Zentralen Busbahnhof, die Bühnen ein vollständig wiederhergestelltes Opernhaus mit einem Kubusanbau für Proben und Werkstätten. Der Alte Markt wurde neu gestaltet, ebenso die Kiellinie vom Yachthafen Düsternbrook bis zum Oslokai als Uferpromenade. Auch der Ausbau des internationalen Jugendlagers Falckenstein mit dem Gemeinschaftshaus gehörte zu den Maßnahmen im Rahmen der Vorbereitungen auf die olympischen Segelwettbewerbe. Der Flughafen Kiel-Holtenau erhielt einen neuen Tower von 12 m Höhe und einen Caféanbau. Und als weithin sichtbares Werbesymbol für die Spiele wurden im Juni 1970 die Olympischen Ringe am Behördenhochhaus in der Mercatorstraße angebracht, wo sie bis heute zu sehen sind.

Wichtig für die Verbesserung der Infrastruktur Kiels wurde der Ausbau der Verkehrswege. Als letzte Landeshauptstadt der Bundesrepublik bekam die Stadt endlich Anschluss an das Autobahnnetz. Von Hamburg wurde die Autobahn nach Flensburg verlängert mit einer Abzweigung bei Bordesholm nach Kiel. Pünktlich zu den Olympischen Spielen wurde das Autobahnteilstück am 4. August 1972 eingeweiht. Als ein großes Nadelöhr von der Kieler Innenstadt nach Schilksee erwies sich schon seit langem die Holtenauer Hochbrücke. Eine zweite Hochbrücke mit einem umfangreichen Rampennetz entstand. Auch die B 503, die Fördestraße und das Barkauer Kreuz existieren erst seit 1972.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wikipedia: „Olympische Sommerspiele 1972“
  2. Ergebnistabelle der Segelwettbewerbe in der deutschsprachigen Wikipedia
  3. Zeitreise: Fackellauf auf ndr.de, zuletzt abgerufen 15.08.2016
  4. Eröffnung der olympischen Segelwettbewerbe in Kiel auf kiel.de, zuletzt abgerufen 06.08.2016