Bellevue

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Mit Bellevue ("Schöner Ausblick") wird meist der dreieckige Platz an der Einmündung der Lindenallee in die Kiellinie bezeichnet, obwohl sich der Name korrekterweise auf die nördlich davon befindliche Erhebung bezieht, auf der heute das Maritim Hotel steht.[1]

Auf der Anhöhe stand in den späten 1700er-Jahren ein Bauernhaus, in dem der Gründer der Fruchtbaumschule, Christian Cay Lorenz Hirschfeld, und dann bis 1827 sein Nachfolger, Johann Jacob Paul Moldenhauer, wohnten. Ab 1846 war dort vom Besitzer der Baumschule ein Ausflugslokal eingerichtet worden.

Dessen Schwiegersohn Johann Christian Abel benannte in der Mitte des 19. Jahrhunderts das Lokal mit dem im Volksmund bereits üblichen Namen Bellevue. Er baute dort 1869 das Hotel Bellevue. Mindestens seit 1853 gab es bereits am Strand vor der Anhöhe einen Badebetrieb mit Badekarren.

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Anwesen von der Stadt gekauft, das Hotel erweitert und ein Aussichtspavillon errichtet. Im Ersten Weltkrieg war das Hotelgebäude ein Hilfslazarett, in den 1920er-Jahren ein Studentenwohnheim. Im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, wurde ab 1952 ein Teil des Gebäudes als Jugendherberge genutzt. Die Herberge wurde am 28. Juni 1952, dem vorletzten Tag der Kieler Woche, von Bundespräsident Theodor Heuss eingeweiht.

Nach dem Umzug der Jugendherberge in ihr heutiges Gebäude in der Johannesstraße stand das ehemalige Hotel leer. Es brannte am 21. November 1963 aus und wurde im Frühjahr 1964 abgerissen. Im Vorfeld der Segelwettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 1972 entstand auf der Anhöhe das dort bis heute stehende Maritim Hotel Bellevue.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tillmann/Rosenplänter in: Kiel Lexikon, Wachholtz Verlag, 2. Auflage, 2011, Stichwort: Bellevue, ISBN 978-3-529-02556-3