Steinstraße

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Steinstraße

Ort
Kiel
PLZ
24118
Stadtteil
Ravensberg (Stadtteil)
Angelegt
1902
Querstraßen
Niebuhrstraße, Holtenauer Straße
Nutzung
Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Straßengestaltung
Einbahnstraße
Häuser in der Steinstraße


Die Steinstraße ist eine Wohnstraße im Kieler Stadtteil Ravensberg. Sie wurde 1902 angelegt und verbindet die Holtenauer Straße unmittelbar nördlich des Brauereiviertels mit der Niebuhrstraße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straße wurde von den Städtischen Collegien am 5. September 1902 benannt.[1] Der Name bezieht sich auf den Freiherrn Karl vom und zum Stein (* 26. Oktober 1757 in Nassau; † 29. Juni 1831 in Cappenberg), einen führenden Staatsmann der preußischen Reformbewegung.[2] Die Straße war ursprünglich eine von der Holtenauer Straße ausgehende Sackgasse. 1905 wurde sie bis zur heutigen Niebuhrstraße verlängert, die bis 1930 den Namen Am Ravensberg führte.

Postkarte mit Luftbild um 1912


Im 2. Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. April 1941 werden die beiden Häuser der Steinstraße 7 und 9 durch eine Sprengbombe stark beschädigt. Dabei gibt es 3 Tote und 5 Verletzte. Das Haus mit der Nummer 7 steht heute nicht mehr. An seiner Stelle steht ein neues Haus. Das Haus Nummer 9 wurde wiederhergestellt.

Beschaffenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steinstraße verfügt über die ursprüngliche Kopfsteinpflasterung. Die Fußgängerwege bestehen aus gelbem Fußwegklinker. Auf beiden Straßenseiten wird geparkt. Die restliche, schmale Fahrbahn ist eine Einbahnstraße von der Holtenauer Straße zur Niebuhrstraße.

Alle Grundstücke verfügen über Vorgärten und Hinterhöfe. Die meisten Gebäude stammen aus der Zeit der Entstehung der Straße.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Steinstraße gibt es mehrere denkmalgeschützte Gebäude:

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönliche Erinnerungen von zwei Bewohnerinnen über Unternehmen in der Kriegs- und Nachkriegszeit:

In der Steinstraße war unser Milchmann Schulz, von der Niebuhrstraße aus gesehen auf der linken (nördlichen) Seite ungefähr in der Mitte, das kann man heute noch erkennen. Ich glaube Nr. 18 war das. Der hatte Zucker, Mehl, Reis und Gries und solche Sachen. In den 50er-Jahren war es Kähler. Links ging es ein paar Stufen hoch ins Haus, und rechts Stufen hoch zum Laden. Da lag immer ein großer Hund, ein Boxer. Der war ganz lieb.
Etwas weiter zur Holtenauer Straße war ein Kolonialwaren-Kaufmann. Aber da waren wir nie drin.
Schräg gegenüber zur Holtenauer hin war dann der Bäcker Asmussen.
In der Steinstraße Nr. 25 rechts, gleich links neben Steinstr. 27, ist heute noch ein kleiner Laden zu erkennen. Da haben wir Kaffee gekauft. Martens.
Der hatte auch Reis, Lack und die schönen Bonbons in Bonbongläsern. Salmis hatte er nicht.
Aber die gab's gegenüber der Goetheschule. Der hat uns immer beschimpft, wenn wir „Hasenködel“ gesagt haben.
An der Ecke Steinstraße/Holtenauer auf der Südseite war die Drogerie Mevs. Da haben wir auch die Salmis gekauft.

Anmerkungen: Bei dem genannten Kolonialwarenhändler mag es sich um Lexius (Nr. 10) gehandelt haben. Der Bäcker Asmussen war in Nr. 13; das Haus gehörte Bäckermeister Günther, der dort schon vorher eine Bäckerei geführt hatte. Die Drogerie Mevs befand sich im nördlichen, nicht im südlichen Eckhaus (Holtenauer Straße 139).

Nachbarschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menschenkette 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. April 2013 berichtete das Schleswig-Holstein Magazin über den Regin-Verlag, der aus der Steinstraße 27 rechte Veröffentlichungen vertreiben soll.[3] Daraufhin organisierten Bewohner der Steinstraße für den 5. Mai 2013 eine Menschenkette.

Straßenfest 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 18. August 2012 fand in der Steinstraße ein Straßenfest statt. Dazu wurde am Tag vorher die Straße für Parker gesperrt. Die Steinstraße war für diesen Tag autofrei. Die Anwohnerinnen und Anwohner haben Kaffee und Kuchen angeboten und gegrillt. Es gab kleine Vorführungen und eine Ausstellung mit Fotos von einem Straßenfest in den 1970er Jahren.

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kiel „Steinstraße“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de

 Commons: Steinstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-G. Hilscher: Kieler Straßenlexikon. Fortgeführt nach 2005 durch Dietrich Bleihöfer, ab 2022 durch Frank Mönig, Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation der Landeshauptstadt Kiel, Stand: Januar 2021. Abrufbar auf www.kiel.de oder als .pdf-Datei, ca. 1,5 MB
  2. Wikipedia: „Freiherr vom Stein“
  3. Beitrag des Schleswig-Holstein Magazin vom 16. April 2013 Rechter Verlag im Visier der Staatsschützer bei www.youtube.com, gesehen am 24.12.2017