Moorsee (See)

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Der bereits in Teilen trocken gelegte Moorsee auf der Baggesenschen Karte von 1823

Der Moorsee war früher ein See an der heutigen südlichen Stadtgrenze von Kiel. Er war etwa 150 ha groß und ist namensgebend für den Kieler Stadtteil Moorsee. Er war der Rest des Großen Moorsees, der bereits in vorgeschichtlicher Zeit weitgehend verlandete, wodurch das Kleinflintbeker, das Bokseer und das Schlüsbeker Moor entstanden.

Bereits um 1600 war die damalige dänische Landesherrschaft - allerdings erfolglos - bestrebt, den See trockenzulegen. Dies geschah dann erst nach dem Beginn des 19. Jahrhunderts, indem das Wasser in die Schlüsbek abgeleitet wurde. Ab 1956 sorgte ein Schöpfwerk dafür, dass weiteres Wasser in die Schlüsbek abgepumpt werden konnte, so dass die ehemaligen Seeflächen vom Feuchtgebiet zu Grünland werden konnten.[1]

Allerdings blieb die landwirtschaftliche Nutzung nur eingeschränkt möglich, weil sich der See in einem lehmig-tonigen Becken befand. Dadurch blieb die Fläche feucht und war nicht maschinenfähig.

Etwa seit 2000 beabsichtigt die Stadt Kiel in Umsetzung der EU-Wasserrichtlinie, die Fläche wieder zu vernässen und den ehemaligen See in einer Größe von bis zu 75 ha wieder herzustellen. Dazu hat sie bereits etliche Flächen angekauft; allerdings gibt es auch Einwände der verbliebenen landwirtschaftlichen Grundeigentümer.[2]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Tidelski, Fritz: „Landschaftsaufbau und Landschaftswandel des Moorseeraumes im südlichen Hinterlande Kiels“ In: Schriften des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein, Band 27, Heft 2, Kiel 1955, S. 131–157.
  2. Bitek, Keziban: „Soll der Moorsee in Kiel wieder vernässt werden?“, Artikel in den Kieler Nachrichten vom 24. August 2026; online (Bezahlschranke) bei kn-online.de, abgerufen am 1. September 2026