Schwarzburgverbindung Wikingia zu Kiel

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Die Schwarzburgverbindung Wikingia zu Kiel ist eine farbentragende, nichtschlagende und gemischte Studentenverbindung an der Christian-Albrechts-Universität. Sie wurde am 30. April 1898 gegründet und ist Mitglied im Schwarzburgbund (SB).

Geschichte

Am 30. April 1898 beschlossen die Studenten Ernst Barlach, Heinz Beckmann, Arminius Claußen, Otto Meßtorff, Johannes Odefey und Friedrich Riewerts eine Schwarzburg-Vereinigung zu gründen. Am 25. Juli 1900 bekam diese den Namen Schwarzburgverbindung Wikingia. Die Wikingia wurde jedoch 1901 in Schwarzburg abgelehnt. 1904 kam es zu einem Freundschaftsvertrag mit dem Schwarzburgbund, 1909 wurde sie als elfte Verbindung aufgenommen. 

Im Sommersemester 1905 wurde ein Altherrenverein gegründet und eine Bibliothek eingerichtet, 1911 ein Segelboot angeschafft. 

1919 war die Wikingia die stärkste farbentragende Verbindung Kiels. Dagegen gab es in den Jahren 1923/24 nur vier Aktive. 

Ab 1930 führte sie den Namen Schwarzburg-Burschenschaft Wikingia. Infolge der NS-Gleichschaltungspolitik löste sie sich am 21. Dezember 1935 selbst auf. 

Bereits 1947 bemühten sich Theodor Voss und Walter Petersen um eine Reaktivierung. Am 23. Januar 1950 wurde die SBV Wikingia von Klaus Kröger, Hans Hermann Koch, Helmut Müller, Horst Paetow, Klaus-Detlef Pohl und Wolfdietrich Rietz wiedergegründet. 

Im Sommersemester 1977 musste sich die Wikingia vertagen. In den Jahren von 1977 bis 1982 übernahm der AHV die Semesterprogrammgestaltung und beschloss, auch Studentinnen aufzunehmen. 1982 bildete sich eine neue Aktivitas, im Sommersemester 1983 wurde die erste Frau aufgenommen. 1987/88 gab es den ersten weiblichen Senior. 

1998 konnte das 100. Stiftungsfest gefeiert werden, 2023 das 125. 

Die SBV Wikingia war in folgenden Jahren Vorort im SB:

  • 1931–1933 (BXe Forster und Mißfeldt),
  • 1958–1960 (BX Stolzenberg),
  • 1992–1994 (BXe Lins, Klotz, Scheel),
  • 2008–2009 (BX Fuchs),
  • 2014–2015 (BX Schmidt),
  • 2019–2022 (BX Schultz). 

Coleur

Im Sommersemester 1900 bekam die Wikingia einen ersten Zirkel sowie einen Bierzipfel in den Farben Blau-Gold-Rot. Im Wintersemester 1900/01 folgten Statuten, Wappen, Wahlspruch, und ein endgültiger Zirkel. Ab 1901 wurden Mütze und Band auf Kneipen getragen, Ende des Jahres wurde das Anlegen von Vollcoleur, öffentliches Farbentragen und der Vollwichs (da das Mieten des Fracks zu teuer wurde) eingeführt. Im Sommersemester 1902 entstand die Wikingerfahne.

Seit 1951 wird wieder das Blau-Gold-Rote Band getragen. 1957 wurde beschlossen, dass die Farben des Fuxenbandes Rot auf blauem Grund sind.

1983 wurde das Wappen neu gestaltet, im Sommersemester 1987 die Schärpen angeschafft.

Patenschaften mit anderen Verbindungen

Zwischen 1923 und 1968 übernahm die Wikingia die Tradition der vertagten Südmark Innsbruck.

1957 wurde ein Patenschaftsvertrag mit der SBV Sedinia geschlossen.

Häuser

Im Jahr 1918 gründete sich ein Hausbauverein mit dem Namen Wikingerhaus.

1928 wurde eine Etage in der Karlstraße 42 als Verbindungsheim eingeweiht.

Bereits wenige Jahre später, 1931, konnte für 9700 Reichsmark das Haus in der Reventlouallee 7 erworben werden, das jedoch bei Auflösung der Verbindung 1935 wieder verkauft wurde.

Zwischen 1952 und 1953 kam die neu gegründete Verbindung im Keller und darüberliegenden Raum (4,5 m·5 m + Flur) einer Ruine am Lehmberg 22 unter.

1967 wurde das Albert-Schweitzer-Heim in der Eckernförder Straße 222 in Kronshagen, eine ehemalige Kaufmannsvilla, eingeweiht.