Zeitzeugen Matrosen– und Arbeiteraufstand 1918/1919

Aus Kiel Wiki

Die folgende Zusammenstellung basiert auf der Sammlung von Klaus Kuhl und wird in nächster Zeit von ihm von seiner Webseite kurkuhl.de hierher übertragen. Dabei werden Ergänzungen vorgenommen und die Interviews, Manuskripte, Auszüge aus der Literatur etc. werden übersichtlicher präsentiert.[A 1]

Anführer des Aufstands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothar Popp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Passfoto Lothar Popps aus dem Hamburger Staatsarchiv, aufgenommen vermutlich Mitte der 1920er Jahre.

Lothar Popp (1887–1980) war als Schlosser dienstverpflichtet auf der Germania-Werft. Er schrieb seine Erlebnisse zusammen mit Karl Artelt bereits im Dezember 1918 auf.[1] Unter den Nazis musste er das Land verlassen. Nach seiner Rückkehr aus den USA stellte er sich bereitwillig für Gespräche und Interviews zur Verfügung: Gespräche mit Volker Ullrich (1970 und 1972), Gespräch mit Dirk Dähnhardt (1975), Interviews vom WDR und NDR, Interview von Ute Kohrs (1976), Interview geführt von Klaus Kuhl (1978), Gespräch mit Bernd Michels für das „Sozialdemokrat Magazin“ (1978), Interview geführt von Christian Blöss (1978). Alle bisher bekannten Gespräche, Berichte und Interviews sind im Anhang des Mitschnitts des von Klaus Kuhl geführten Interviews („Streitgespräch mit einem 68er“) wiedergegeben (Link siehe unten).

Auszüge aus dem von Klaus Kuhl geführten Interview:

Am 28. Oktober 1918 erhielt die Hochseeflotte den Befehl zum Auslaufen. Die Matrosen nahmen gewiss zu recht an, dass die Flotte in einem letzten Verzweiflungskampf lieber untergehen sollte als in den Waffenstillstandsverhandlungen mit den Alliierten ausgeliefert zu werden. Die Heizer rissen die Feuer heraus und verhinderten so das Auslaufen der Schiffe. Abordnungen der Matrosen erklärten, sie seien bereit, die Küste gegen einen Angriff zu verteidigen, aber sich sinnlos einem sicheren Untergang preiszugeben, dazu seien sie nicht bereit. Cirka 800 Mann wurden festgenommen ....[A 2]
Da den Matrosen [in Kiel] jede Versammlung verboten wurde, begannen sie zu demonstrieren. Um fünf Uhr nachmittags (am 3. November 1918) versammelten sich etwa zehntausend Matrosen und einige tausend Arbeiter, zogen zunächst zur "Waldwiese" und holten die dort Gefangenen heraus; wobei sich eine erhebliche Anzahl bewaffnete.
Der Zug bewegte sich dann zur Militärstrafanstalt in der Feldstraße. Marineinfanterie, die den Zug aufhalten sollte, weigerte sich. Jedoch an der Feldstraße gab es einen Zusammenstoß mit einer Gruppe, die als Applikanten und Maaten extra zusammengestellt war. Es gab acht Tote und zwanzig Verwundete.[A 3] Doch die Bewegung war nicht mehr aufzuhalten. Immer mehr Einheiten schlossen sich der Bewegung an. Es wurden Soldatenräte gegründet.
In jeder Kaserne wurde extra Revolution gemacht, auf jedem Schiff extra. Auf einem Schiff haben sie mich geholt. Die kamen an, ich soll mit an Bord kommen. Wenn ich mir das heute so überlege, ich steige in so ein Boot, kommt der nächste Offizier und knallt dich über den Haufen. Ist ja toll, dass das damals nicht passiert ist. Sie müssen sich vorstellen, ich klettere nun an Bord, haben ein paar mich geholt, und dann sage ich zu dem Kommandanten, er soll alles antreten lassen, und der macht das! War auf der "Bayern", war ein großes Schiff. Ich halte einen Speech, die ziehen die Rote Fahne hoch und damit hat sich das. (In einem anderen Interview bemerkte Popp dazu: ... ich habe hinterher noch mit dem Kommandanten gesprochen, der hatte selber die „Schnauze voll“).
Kuhl: Der Noske ist doch gekommen, um die Revolution praktisch abzuwürgen. (Popp: Ja das ist ihm nicht gelungen.), aber wieso wird er dann in den Vorsitz des Soldatenrats gewählt?
Popp: Ja, wer war denn der Soldatenrat, die kannten einander ja kaum. Das waren doch keine von vornherein politisch ausgerichteten Leute. Ich habe dann noch den Fehler gemacht, da war ein Soldat dabei, den ich persönlich kannte. Den habe ich gerufen, den haben sie dann mitgewählt. Das war mit die grösste Dummheit, die es gab. das war ein schauerliches Mannsbild. Wir kannten einander ja kaum. Da war doch keine Rede davon. Ich weiß gar nicht, wie viele Soldatenräte es damals gab. Da in der Ecke wählten sie einen, da einen, da einen. Die richtigen Soldatenräte, das organisatorische, das gab’s doch erst, nachdem ich das organisiert hatte. Das waren doch wilde Geschichten. Kuhl: Haben Sie nicht versucht, zu verhindern, dass Noske gewählt wurde? Popp: Ja, warum denn? Ja, ich konnte doch die SPD nicht ausschalten! Hören Sie doch mal zu! Nun gehen Sie mal, wenn Sie einer sind, und die anderen sind zehn, wollen Sie die ausschalten die zehn? Wie machen Sie das? Kuhl: Man kann es doch auf alle Fälle versuchen. Popp: Nee, das ist ja putschen Menschenskind!

Zum vollständigen Dokument mit allen weiteren bisher bekannten Aussagen im Anhang: PDF-Datei.

Karl Artelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Artelt, I. Werftdivision, links, (Ausschnittsvergrößerung rechts), gemeinsam mit Kameraden der I. Torpedo-Division in Kiel-Wik, September 1914

Karl Artelt (1890–1981) kam aus einem Dorf in der Nähe von Magdeburg. Er war Maschinenschlosser und diente zunächst in der I. Werft-Division und dann in der I. Torpedo-Division in Kiel Wik. Er war wie Popp Mitglied der USPD. Zusammen mit ihm schrieb er die o. g. Broschüre, wozu er hauptsächlich die Ereignisse in der Wik, sowie die erste Verhandlungsrunde beim Gouverneur beitrug. Er war ein ausgesprochen mutiger Mensch und hatte maßgeblich Anteil daran, dass die Marineangehörigen in der Wik die Offiziere entmachteten. Er wurde zum Vorsitzenden des ersten Soldatenrats in der Wik gewählt. Während Popp auch später in etwa bei den in ihrer Broschüre niedergelegten Darstellungen blieb, stellte Artelt die Ereignisse in der Folgezeit immer dramatischer und seine eigene Rolle als immer wichtiger dar. Im Jahr 1958 veröffentlichte er einen Artikel[2] in einem Sammelband mit Erlebnisberichten aktiver Teilnehmer der Novemberrevolution.

Auszüge:

Vor dem Kaiser-Cafe empfing uns plötzlich MG-Feuer.[A 4] Unser Demonstrationszug stoppte. Als wir feststellten, daß niemand getroffen worden war, gingen wir weiter. Daraufhin schossen die MG-Schützen direkt in unseren Zug hinein. Vierzig bis fünfzig Demonstranten, darunter auch Frauen und Kinder, brachen unter den Kugeln zusammen. Acht von ihnen wurden getötet und 29 schwer verletzt.[A 5]
Durch die Massen ging ein Schrei der Entrüstung und des Protestes. Nachdem die Mörder, die unter dem Kommando des Leutnants Steinhäuser standen, ... nicht bereit waren, das Feuer einzustellen, sprang ein Matrose ... vor und schlug den Leutnant Steinhäuser mit dem Gewehrkolben nieder. ...Junge Matrosen und Arbeiter stürmten die Stellung der Maschinengewehrschützen und schlugen sie in die Flucht.
Am anderen Morgen (4.11.1918, Klaus Kuhl) mußten alle Truppenteile in Kiel zum Appell antreten. ... Nach den üblichen Meldungen bestieg der Divisionskommandeur, Kapitän zur See Bartels, einen bereitgestellten Tisch und hielt eine Ansprache ... Er schilderte die gestrigen Vorkommnisse, sagte auch, dass die Luft mit Hochspannung geladen sei, dass aber ein Soldat sich nicht mit Politik zu befassen habe, da er von Politik nichts verstünde. Nachdem er den Tisch verlassen hatte, ... Kurz entschlossen sprang ich hinauf, hielt ebenfalls eine kurze Ansprache und forderte die Matrosen zur Wahl von Soldatenräten auf. Offiziere, die mich vom Tisch herunterzuschiessen versuchten, wurden von Matrosenfäusten rücksichtslos entwaffnet.[A 6] Anschliessend stürmten wir unsere Waffenkammern und wählten in allen Kompanien Soldatenräte. Ich wurde zum Vorsitzenden des Soldatenrates gewählt.
Nach kurzer Zeit erhielten wir die Meldung, dass ich sofort zum Gouverneur kommen möchte. Wir machten ein Auto klar, holten von einem Torpedoboot eine große rote Fahne, die größer als das Auto war, und bereiteten die Abfahrt vor. Als wir das Zimmer des Gouverneurs betraten, merkte ich, wie dieser sich förmlich zwingen mußte, mit uns zu unterhandeln. ... Er kam uns entgegen und sagte: "Ich danke Ihnen, dass sie die Courage aufgebracht haben, herzukommen." Bevor wir in Verhandlungen mit ihm eintraten, fragte ich ihn, ob er uns als die von den Soldaten gewählten Vertrauensleute anerkenne und auf gleichberechtigter Basis mit uns verhandeln würde. Angesichts der realen Tatsachen antwortete er gezwungenermaßen mit "Ja". Ich erklärte ihm nunmehr, dass wir zunächst die Fragen klären müßten, die in seinem Machtbereich liegen. Gleichzeitig warnte ich ihn jedoch .... Landtruppen gegen die revolutionären Matrosen einzusetzen. In diesem Falle hätte das III. Geschwader die Anweisung, das Offiziersvillenviertel Düsternbrook unter Feuer zu nehmen und alles in Schutt und Asche zu legen. ... gab er sofort in meiner Gegenwart die Erklärung ab, keine auswärtigen Truppen heranzuziehen und die schon auf dem Transport befindlichen ... zurückzuschicken. Außerdem teilte er uns noch mit, dass der Abgeordnete Noske und Staatssekretär Haußmann nach Kiel kommen würden, um mit uns weiter zu verhandeln.
Zur Frage warum Noske in Kiel relativ freie Hand erhielt, nahm Artelt in den 1960er Jahren auf Fragen von Angehörigen der Volksmarine wie folgt Stellung (nach Robert Rosentreter, "Blaujacken im Novembersturm", Dietz Verlag, 1988, S. 250 f.): Karl Artelt hat auf diesbezügliche Fragen von Angehörigen der Volksmarine immer wieder betont, dass ihm und anderen Genossen die Rolle Noskes durch dessen Verhalten erst nach und nach bewußt geworden wäre. Artelt selbst und andere ... hätten zwar gewußt, dass Noske zu den rechten Kräften in der Partei gehörte, ihn aber doch immerhin als sozialistischen Parteifunktionär angesehen und gehofft, dass er in der Revolution eine den Arbeitern nützliche Politik machen würde, keineswegs hätte jemals jemand gedacht, dass er bereit sein könnte, auf Arbeiter schießen zu lassen ....


Mannschaftsangehörige Marine, untere Dienstgrade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl/Carl Bock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl (später Carl) Bock (*ca. 1895) kam vermutlich aus Berlin und war Matrose auf „Markgraf“. Er schrieb im November 1918 einen Brief an seine Schwester. Im Jahr 1957 erstellte er außerdem einen schriftlichen Bericht über seine Erlebnisse auf Anforderung der SED.

Auszüge:

Es war einstimmig beschlossen worden, keinen Vorstoß zu machen, das hatten wir durchgesetzt. Am anderen Mittag fuhren wir nach Kiel. Auf der Fahrt hatten wir die vollen Beweise, daß doch etwas geplant war. So liegen wir jetzt im Kieler Hafen. Übrigens kam eine Verfügung vom Flottenchef, die besagte, daß unsere Beunruhigung jeder Grundlage entbehre. Heute haben sie in aller Heimlichkeit 80 Mann wie die schwersten Verbrecher an Land gebracht, so daß wir es leider zu spät erfuhren, schon jetzt in Untersuchung. Zu uns sagten die Offiziere, abkommandiert nach den Außenforts, wegen zu lange an Bord. Das wird wohl nicht so vorüber gehen, die Sache kommt sicher vor den Reichstag. Man kann hier allerhand erwarten. Also wundere Dich nicht, wenn mir etwas gleichartiges passiert. Jedenfalls kämpfen wir für den Frieden, für unser Leben, und wollen keinen Heldentod. Solche Vorgänge hat die Flotte noch nicht gesehen.

Zu den vollständigen Dokumenten, die auch die Diskussionen unter den Mannschaften und mit den Offizieren enthält, als das III. Geschwader nach Travemünde weiterfuhr und dort vor Anker ging, sowie einen Vergleich mit den Aussagen des Wachoffiziers Karl von Kunowski und des 1. Offiziers Wilfried von Loewenfeld: PDF-Datei.


Wilhelm Kleineweber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleineweber (*1900) war Rekrut bei der I. Torpedo-Division in Kiel Wik. Er gehörte der Patrouille an, die unter Führung von Leutnant Steinhäuser am 3. November auf die Demonstranten schoss. Er war dann für viele Jahre bei der Polizei, lebte in Eckernförde und wurde als Polizeihauptmann pensioniert. Er gab der Eckernförder Zeitung 1969 ein Interview, ebenso dem NDR (vermutlich Ende der 1970er Jahre) und es fanden zwei Gespräche mit Dirk Dähnhardt statt (Mitte und Ende der 1970er Jahre).

Auszüge:

Und so marschierten wir in die Feldstraße und zwar bis zum langen Segen, ... Und da war eine Kette gezogen von Schutzleuten, Schutzleuten von der blauen Schutzmannschaft in Kiel. ... Wie der Zug nun kam, wurden die Schutzleute sofort blitzartig aufgerieben und die türmten in den Langen See hinein. Und dann ging der Leutnant Steinhäuser vor uns vorweg zu der Spitze des Zuges, das war ein unheimlich langer Zug gewesen, man sprach von 20.000 Mann. ... Und dann ging der Leutnant Steinhäuser vorweg und mahnte, sie sollten vorsichtig sein, sie sollten zurückgehen und sofort und so weiter und dann ist ein Schuss gefallen. Woher der Schuss gekommen ist, kann ich Ihnen nicht sagen, man hat einmal festgestellt, der Schuss soll von uns aus gekommen sein. Ich kann es nicht bestreiten, ich glaube es aber nicht. Ich glaube eher, dass er aus der Menge gekommen ist, die waren ja alle bewaffnet schon.[A 7] Jedenfalls wurden wir überrumpelt. Der Leutnant Steinhäuser kriegte, soweit ich das mitbekommen habe, einen mit dem Kolben über den Schädel und er wurde dann in dieses Lokal neben dem Stadtcafe hineingeschleppt und wir waren der Meinung, sie hätten ihn totgeschlagen.

Zum vollständigen Dokument, mit den genannten Interviews und Berichten inklusive eines Kommentars von Klaus Kuhl: PDF-Datei.

Alfred Schwabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Schwabe 1923, zur Verfügung gestellt von Gerd Kassner, der Alfred Schwabe noch persönlich gekannt hatte.

Alfred Schwabe (1892–1973) war U-Boot Fahrer und nahm im November 1918 an einem U-Bootslehrgang in der Uboot-Division in Kiel-Wik teil. Er wurde von Offizieren mit seinen Kameraden herangezogen, die Aufständischen in der Wik zu bekämpfen. Er verfasste darüber vermutlich in den 1950er/60er Jahren einen schriftlichen Bericht, wahrscheinlich auf Anforderung der SED. Er wurde jedoch nicht veröffentlicht oder archiviert und gelangte über die Familie Artelt (Schwabe hatte ihn Karl Artelt zur Verfügung gestellt) an Klaus Kuhl.

Auszüge:

Als ich mit Matrosen der grossen Schlachtschiffe, der Kreuzer und der immer in See stehenden Torpedoboote bekannt wurde, spürte ich dass dort ein anderer Wind wehte, als auf unserem U-Boot. Bei uns war des ganze Boot auf jeden Einzelnen angewiesen, von Offiziersdrill war nichts zu spüren. Aber das furchtbare Völkermorden hatten wir trotzdem satt, die Sehnsucht nach Frieden war vorherrschend. Als ich auf Urlaub kam, kannte ich meine Eltern kaum noch, so abgemagert und verbissen waren sie, und wir versenkten im Mittelmeer Schiffe und wieder Schiffe, gefüllt mit Lebensmitteln aus Amerika. ... Am Morgen ... erhielt unser Lehrgang, es waren gegen 40 Maate und 10 Obermatrosen, Pistolen und Munition ausgehändigt. Wir marschierten nach der Werftdivision Kiel - Wik. ... Wir marschierten diagonal über den Exerzierplatz. An der rechten Ecke am Hafen standen 150 - 200 Matrosen bei einer Versammlung. Wir wurden in die Turnhalle geführt. Ein junger Leutnant hatte das Kommando und hielt eine Ansprache. Heldentum und Treue zu den Offizieren, Kampf gegen die Meuterer war der Inhalt. ... Minuten war es kirchenstill. Plötzlich ein Gebrüll von weit her, aber es kam näher und näher. "Achtung, Ächtung! Pistolen laden und sichern!“ Im Flüsterton bei den Obermatrosen: "wir schiessen nicht, wir schiessen nicht“. Gegenzug rechts! Marsch! Zur Turnhalle hinaus!“ Wir Obermatrosen waren am Schluss des Zuges und somit den anstürmenden teils bewaffneten Matrosen am nächsten. Es waren die, welche die Versammlung auf dem Exerzierplatz durchführten. Etwa 10 mtr vor der Menge liefen 2 Matrosen und riefen uns zu: "Kameraden werft die Waffen weg oder kommt mit den Waffen zu uns, schiesst nicht auf Eure Kameraden. Nieder mit dem Krieg! Nieder mit den Kriegsphantasten!“ Achtung! Achtung! Feuer, brüllte unser Leutnant. Eine Anzahl Schüsse fielen, aber ich habe nicht gesehen, dass einer getroffen war. Ich war nicht einen Moment unschlüssig; schon zogen wir die anderen zu uns herüber bezw. hinüber. „Los rüber, Schiet op den Krieg! Ein Teil der Maate schloss sich an. Es fielen wieder Schüsse von unserem linken Flügel der Maate oder dem Leutnant; denn 2 übergelaufene Maate waren getroffen und wurden fortgetragen. Der Leutnant war aber plötzlich spurlos von der Bildfläche verschwunden und hat nie wieder in Kiel unseren Bug gekreuzt. Wir, der verstärkte Haufen, rannten nun in die Kasernenblocks, riefen den Matrosen unsere Parolen zu und forderten sie auf, uns zu folgen. Viele schlossen sich an, ein Teil verhielt sich passiv. Offiziere waren eigentlich wenig da und die anwesenden wurden teils mit Güte, teils mit Gewalt, abgetakelt, d. h. die Epauletten und die Kokarden abgemacht. Und so ging es etwa 15 Häuserblocks durch, der Haufen wurde immer grösser und grösser. Leider waren aber auch schon die Räuber am Werk; denn aus den Kleiderkammern und Magazinen stürzten gefüllte Seesäcke aus den oberen Etagen und wurden fortgeschleppt. Aber das liess uns z.Z. kalt. Wir stürmten weiter. Nachdem alle Kasernenbauten abgekämmt waren, eilten wir an die Hafenmole. Zwei Torpedoboote wurden durch Schüsse und Zurufe aufgefordert die rote Flagge zu hissen. Es waren die ersten Schiffe, welche in Kiel die rote Flagge am Mast hochzogen. Leider sind mir die Nummern entfallen. Viele Boote folgten; Pinassen fuhren mit roter Heckflagge zu den dicken Kasten und forderten sie auf sich uns anzuschliessen. Starkbesetzte Boote brachten immer mehr revolutionäre Truppen an Land. Mein Wohnschiff, der älteste Kasten der Marine SMS "Mars“ (Bordwände aus Holz) hatte 1866 gegen die Dänen mitgekämpft, setzte sich lange zur Wehr. 2 rote Matrosen mit weisser Parlamentärflagge wurden zum Verhandeln an Bord geschickt und erreichten, dass doch eindrucksvoll die Kriegsflagge gestrichen wurde und die rote Flagge am Mast hochging. Ein grosser Teil der Matrosen zog durch die Strassen von Kiel und es erfolgte eine systematische Entwaffnung der Offiziere. Das Abtackeln war manchen Matrosen eine wahre Wollust, konnten sie sich doch für Drill und Erniedrigungen rächen.

Zum vollständigen übertragenen und kommentierten Dokument: PDF-Datei.

Marine, mittlere Dienstgrade[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fritz Fabian[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fritz Fabian (geb. 1887) kam aus Oberschlesien und diente während des Ersten Weltkriegs als Unteroffizier auf SMS „Kronprinz Wilhelm“. In seinen Revolutionserinnerungen, verfasst vermutlich in den 1920er Jahren, beschreibt er die Ereignisse von Ende 1918 bis etwa 1920. Das Dokument wurde von einem Nachfahren in EUROPEANA eingestellt und von Klaus Kuhl transkribiert (ein Teil wurde auch von Axel Klekers transkribiert) und kommentiert. Der Schreiber hatte ein konservatives und nationalistisches Werteverständnis. Viele der berichteten Details halten einer Überprüfung nicht stand. Fabian versuchte – auch wenn er den Seeoffizieren (eher indirekt) mangelndes Durchgreifen vorwarf, ein positives Bild von ihnen zu zeichnen. In einer mehr nebensächlichen Anmerkung kommt jedoch ganz grundsätzliche Kritik zum Vorschein:

Bei dieser Gelegenheit [Überführung des III. Geschwaders nach Kiel ohne dass die Offiziere sich an der Schiffsführung beteiligen durften] mag wohl manchem jungen Offizier die Erkenntnis gekommen sein, daß es nicht allein nur tüchtige Offiziere, sondern auch hervorragend tüchtige U.O. [Unteroffiziere] gab, deren Tüchtigkeit und Fähigkeit aber nie in gerechter Weise eingeschätzt wurden. […] Wäre dieser Dünkel nicht vorhanden gewesen und wäre die Selbstüberhebung der jüngeren Offiziere nicht systematisch genährt worden, ich glaube, das Seeoffizierkorps und überhaupt die ganze Marine hätte sich vielleicht besser dabei gestanden. Ich erwähne das nur so nebenher.

Zum vollständigen übertragenen und kommentierten Dokument: PDF-Datei.

Paul Kässner, Oberdeckoffizier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kässner (geb. vermutlich ca. 1880) schrieb 1932 die Geschichte der Deckoffizierbewegung (Selbstverlag Altona), weitgehend gestützt auf zeitnah verfasste Berichte. Seine Schilderungen zu wichtigen Ereignissen wurden bisher in der Geschichtsschreibung kaum berücksichtigt. Dies betrifft besonders: Bildung der Sicherheitstruppe des Soldatenrats, Aufbau der Eisernen Brigade/Division, die Februarunruhen 1919 in Kiel, die Ernennung von Volksoffizieren.

Auszug bzgl. des Aufbaus der Eisernen Division (I. Marine-Brigade):

In der Versammlung wurde natürlich auch die Führerfrage besprochen. Selbstverständlich war von der Regierung von vornherein zugestanden worden, daß diese Truppe selbst ihre Führer und ihr inneres Leben bestimmen könne. Aus der Versammlung heraus wurde allgemein zum Ausdruck gebracht: Wir wollen nicht daran denken, wie wir früher behandelt worden sind und deshalb sollen ruhig Offiziere alle oberen Stellen in der Truppe besetzen; aber es müssen Offiziere sein, die unser Vertrauen besitzen und die auch etwas vom Landkrieg verstehen. In diesem Sinne ließ Kamerad Alboldt noch am selben Abend die verschiedenen Offiziersgruppen und im besonderen die Seeoffiziere informieren und ihnen sagen, daß die Formation der Truppe am andern Vormittag in der Waldwiese erfolgen werde. Es mag hier gleich erwähnt werden, daß sich außer Kapitänleutnant v. Werner kein einziger Offizier dort einfand.

Analyse und Edition: PDF-Datei.

Marineoffiziere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl von Kunowski[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl von Kunowski (1897–1991) war Fähnrich und Wachoffizier (WO) auf der „Markgraf“. Er schrieb seine Erlebnisse vermutlich noch 1918 auf. Später wohnte er in Flintbek bei Kiel und war Professor an der Kieler Universität. Er übergab sein Typoskript, das er betitelte: “Erinnerungen an: Die letzten Tage der Kaiserlichen Marine1918, beim III. Geschwader auf SMS Markgraf als wachhabender Offizier“, 1978 an Dirk Dähnhardt, siehe Nachlass im Stadtarchiv.

Auszüge:

Freitag, 8. Nov. 1918 [zu der Zeit befand sich das III. Geschwader vor Travemünde]: Morgenwache gegangen, aber nichts veranlaßt, die Routine wird noch eingehalten. Leute fragen WO, machen aber auch alles mögliche selbständig. Am Nachmittag gegen 4 Uhr wurde gepfiffen, alle Mann achter raus, auch Offiziere. ... Ein Maschinistenmaat sprach über den Soldaten- und Arbeiterrat, der sich über die ganze deutsche Küste erstrecken und die sogen. Radikalen d. h. geläuterten Sozialisten umfassen soll. Der Soldatenrat verfolgt zwei Ziele: 1. Die Abschaffung des preußischen Militarismus, 2. Die beschleunigte Einleitung von Friedensverhandlungen. Die jetzige Regierung könnte dieses nicht, sie ist bestochen. Die Männer der Regierung sind dazu nicht geeignet, denn wir wollen keinen Kapitalistenfrieden, sondern einen Arbeiter- und Soldatenfrieden.
Alle Macht liegt in den Händen des Sold.rates. ... Den Offizieren ist es freigestellt, auszusteigen oder achtern mit an Bord zu bleiben. Fahren oder sonst sich beteiligen sollen sie nicht.
Um neun Uhr abends findet in der Messe eine Sitzung statt. Kapitän Heizing sagt, daß es nach seiner Aussprache mit dem Kommandanten u. Admiral unbedingt nötig sei, an Bord zu bleiben, so schwer dieses auch fiele, und zwar um einmal in jedem Falle für die Sicherheit des Schiffes zu sorgen und ev. die Leitung zu übernehmen, sowie zweitens um bei Änderung der Verhältnisse entsprechend eingreifen zu können, z. B. bei Außerdienst Stellung der Flotte. Außerdem dankte voraussichtlich S.M. der Kaiser ab, so daß wir unseres Treueides entbunden würden.
Der Arb.-u.Sold.-rat befahl, daß sich die Offiziere an der Fahrt nach Kiel nicht beteiligen sollten, .... Markgraf führte das dritte Geschwader in Kiellinie 25 Sm. Der Steuermann wurde gewzungen[!], die Schiffsführung zu übernehmen auf Anweisung des Sold.-rats. Der Signalmeister mußte die Wache an Deck gehen.
In die Offiziersmesse kommen zwei Unteroffiziere des Sold.-rates und verkündigen, daß jetzt alle Mahlzeiten ohne Unterschied für verschiedene Dienstgrade zubereitet werden. Außerdem teilen sie mit, daß die Offiziere sich bis morgen früh um 10 Uhr sich entscheiden sollen, ob sie zu dem Soldatenrat gehören wollen oder nicht. Im ersteren Fall soll der Dienst unter den bereits genannten vorläufigen Bedingungen im Einvernehmen mit dem Herrschenden Soldatenrat weitergehen. Werden dagegen die Forderungen des Sold.-rats nicht unterschrieben, sind sie frei, d. h. ihr Dienst ist dann quittiert.

Vollständiges Dokument, das auch einen Vergleich mit den Aussagen des Besatzungsmitglieds Karl Bock (s. o.) und denen des 1. Offiziers Wilfried von Loewenfeld enthält: PDF-Datei.

Kapitänleutnant Max Wittmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Wittmer (*1884 in Kiel, +1979) war Torpedobootskommandant und im ersten Weltkrieg Lehrer an der Ingenieur und Deckoffizierschule in Kiel-Wik, später wurde er Handelsagent. Er wurde im Jahr 1975 von Karl-Reinhard Titzek und Tilmann Weiherich interviewt. Drei Jahre später wurde er von Dirk Dähnhardt befragt.

Auszüge:

Im Eilmarsch zog er mit seiner Patrouille dem Demonstrationszug hinterher. Bevor er die Kreuzung Karl-, Brunswickerstr. erreicht hatte, hörte er Schüsse. Ein großes Durcheinander erblickte er am Ort des Geschehens. Da seine Leute überrannt zu werden drohten, ließ er Warnschüsse abfeuern. Als auch diese keine Wirkung zeigten, ließ er auf die Beine zielen. Das sei der schwerste Befehl seines Lebens gewesen, berichtete Herr Wittmer. Nach den Schüssen war aber die Straße wie leergefegt. Nur einige Frauen schimpften auf die Männer, was für Feiglinge sie seien. Noch einmal ließ Herr Wittmer einen Warnschuß feuern, dann endlich herrschte Ruhe.
Anmerkung Kuhl: Eine genauere Analyse ergab, dass Wittmer wohl hauptsächlich die Erlebnisse anderer Offiziere wiedergibt. In einigen Fällen offenbaren die archivierten Berichte anderer Offiziere und die Lazarettlisten einen wahren Kern in Wittmers Schilderungen. Insofern gibt es gewisse gegenseitige Bestätigungen, die immerhin ein wenig zur Erhellung der Vorgänge beitragen. Insbesondere könnte am 3. November 1918 abends tatsächlich eine nachrückende Einheit der Deckoffizierschule auf die Füße und Beine der Demonstranten geschossen haben, um diese auseinanderzutreiben.

Zu den vollständigen übertragenen und kommentierten Dokumenten einschließlich einer Quellenanalyse: PDF-Datei.

Heeressoldaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jonny Pump[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jonny Pump 1980 in seiner Kieler Wohnung. Foto: Kuhl.

Jonny Pump sollte als Rekrut von Schleswig aus gegen den Matrosenaufstand in Kiel eingesetzt werden. Er war deutsch-national eingestellt und unterstützte 1920 mit den Zeitfreiwilligen den Kapp-Putsch in Kiel. Später führte er einen Elektroladen. Er wurde 1978 und 1987 von Klaus Kuhl (und teilweise Peter Cornils) interviewt.

Auszug:

Ich persönlich jedenfalls war damals in Schleswig, in Schloss Gottorf. Erst bei unserem Abmarsch aus Schleswig wurde uns gesagt, dass in Kiel ein Aufstand sei. Und nun sollten wir, woll'n mal sagen da als ... ... den Aufstand (niederwerfen). Wir konnten uns auch nicht vorstellen, ob das nun Arbeiter sind oder Soldaten sind, wussten wir ja nicht. Wir sind losgefahren, verladen und haben Munition und Gewehre empfangen. Und wenn das nun tatsächlich hart auf hart gekommen wäre, dann wäre das ja so gekommen, wir hätten ein Kommando gekriegt: "Ausschwärmen!" und müssen schießen auf unsere eigenen Leute. ... kamen wir mit dem Zug nicht mehr in Kiel rein. Der Bahnhof war besetzt von Matrosen – soweit ich gehört habe – und die hielten den Zug an, so bei der Lübecker Chaussee. Jedenfalls kamen Verschiedene nicht wieder. Aber das waren ältere Soldaten. Ob die nun orientiert waren? [Nikolaus Andersen beschreibt in seinem Tagebuch, wie Soldaten des Schleswiger Infanterieregiments im Bahnhof ankamen und sich dort mit den Aufständischen verbrüderten; siehe unten.] Wir waren ja meistens junge Rekruten. Die Ausbilder waren alte verwundete Frontsoldaten. Die scheinen mehr gewusst zu haben. Jedenfalls waren Verschiedene, die gar nicht wieder mit zurückfuhren. Wir kamen nicht raus. Wir konnten natürlich aus dem Zug aussteigen, aber was wollten wir machen. Es wurde nicht irgendwie kommandiert "Sammeln!" und "Marschieren!" oder so, das wurde nicht getan. Der Zug fuhr wieder zurück. Wir sind nachts wieder in Schleswig angekommen.

Zu den vollständigen Interviews: PDF-Datei.

Heeresoffiziere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Lage in Kiel sich zuspitzte, forderte die Marineführung in Kiel Infanterie von außerhalb an. Am 4. November 1918 erschienen verschiedene Einheiten in Kiel. Dabei liegen von den folgenden führend beteiligten Heeresoffizieren schriftliche Zeugnisse vor.

Adalbert von Falk, kommandierender General des stellvertretenden Generalkommandos des IX. Armee-Korps in Altona[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adalbert von Falk, nach März 1915

Der Gouverneur und Chef der Marinestation der Ostsee in Kiel, Admiral Wilhelm Souchon forderte am 3. November abends bei dem benachbarten Armeekorpsbezirk Infanterie an. Nach den Schüssen auf die Demonstranten und der Auflösung der Demonstration wurde dies zunächst zurückgenommen, am frühen Morgen des nächsten Tages aber erneuert. v. Falk berichtete darüber in einem Brief vom 12. November 1936 an den damaligen Hauptmann Erich Trowitz (Major a. D.).

Auszug:

Ich selbst war seit dem Sonntag, den 3. November, an dessen Abend mich der Hilfeschrei des ratlosen Gouvernements Kiel in Altona erreichte, hier unabkömmlich; im Versuch zusammenzuraffen, was noch an Truppenbrocken im Korpsbezirk und dessen Nachbarschaft zu sammeln war; im Dauerverkehr mit dem Kriegsministerium; mobile Truppen (1 Korps) heischend, um damit die Aufrührer zu Paaren zu treiben. Der schnelle Entschluss – vom Kriegsministerium [Scheüch] genehmigt – der verheissenen Truppe entgegen zu eilen, blieb ohne Erfolg. Die Ereignisse waren schneller als ich.[3]

Der hier zugängliche Artikel von Klaus Kuhl enthält u. a. eine Einordnung, Diskussion und Einschätzung des Briefs: PDF-Datei.

Hauptmann Erich Trowitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der ersten Infanterieanforderung aus Kiel am 3. November 1918 abends beauftragte das Kommando des IX. Armeekorps in Altona den Generalleutnant Harry von Wright in Lübeck, Kommandeur der stellvertretenden 81. Infanterie-Brigade, mit den zu treffenden Maßnahmen. Dieser wiederum bestimmte den Hauptmann Erich Trowitz vom (Ersatz) Infanterie-Regiment 163 in Neumünster zum Befehlshaber der aufgebotenen Einheiten aus Neumünster, Schleswig und Lübeck. Die Anforderung wurde kurz darauf zurückgenommen, aber am nächsten Tag erneuert. Diesmal war zusätzlich eine Einheit (ca. 180 Mann) aus Rendsburg dabei, die Kiel bereits am späten Vormittag erreichte und in die Wik geschickt wurde, weil sich dort die Ereignisse zuspitzten. Bei allen anderen Einheiten kam es zu Verzögerungen, die wohl in erster Linie v. Wright zu verantworten hatte, weil dieser sich auf Inspektionsreise begeben hatte. Trowitz erreichte Kiel erst um 15 Uhr, als die Marineführung aufgrund der nicht erwarteten schnellen Ausbreitung des Aufstands bereits mit den Aufständischen unterhandeln musste und einen Schusswaffeneinsatz nunmehr untersagte. Die anderen Einheiten kamen erst abends an; insgesamt handelte es sich um ca. 1200 Mann. Trowitz fuhr in der Nacht wieder zurück nach Neumünster, allerdings ohne die von ihm zum Schutz der Station abgestellte Gruppe unter von Treyden. Von diesen waren Teile vermutlich übergelaufen. Trowitz schweigt sich in seinem späteren Bericht darüber aus.

Im Jahr 1935 verfasste er (inzwischen Major a. D.) diesen für die Zeitschrift "Bundeszeitung der Vereinigungen ehemaliger 163er",[A 8] in dem er seine Erlebnisse schilderte.

Auszug:

Ich habe das unerschütterliche Bewusstsein, daß es auch mit den zur Verfügung stehenden Kräften ohne Mühe gelungen wäre am 4. November 1918 die Meuterei in Kiel zu unterdrücken, nicht zum wenigsten aus dem Grunde, weil die Matrosen nur aus gemeiner Feigheit sich zu ihrem verbrecherischen Treiben hatten verleiten lassen.[4]

Die Demonstranten in Kiel hatten trotz mehrmaligem Schusswaffeneinsatzes der Patrouille diese in die Flucht geschlagen; sicherlich kein Zeichen von Feigheit. Auch weitere von Trowitz angeführte Gründe können nicht überzeugen. Siehe dazu den Artikel von Klaus Kuhl, der eine ausführliche Vorstellung, Diskussion und Einschätzung von Trowitz’ Arbeit enthält: PDF-Datei.

ArbeiterInnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gertrud Völcker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gertrud Völcker 1950, Foto StAK/Nafzger.

Gertrud Völcker (1896–1979) war damals Angestellte im Arbeiter-Sekretariat der Freien Gewerkschaften in Kiel. Sie war seit 1915 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend. Später wurde sie Vorsitzende der Arbeiter Wohlfahrt (AWO) in Schleswig-Holstein. Im Jahr 1975 gab sie Karl-Reinhard Titzek und Tilmann Weiherich ein Interview, und vermutlich im selben Jahr wurde sich auch von Ute Kohrs interviewt. Dabei gewährte sie auch Einblick in ihr Tagebuch und es wurden Abschriften vorgenommen.

Auszüge:

Die USPD hatte ganz bedeutende Führer – die SPD auch – aber die (USPD) waren konsequenter. Ich bin nie USPD gewesen. Die waren – wenn man heute zurückdenkt – haben sie doch sehr viel recht gehabt. Man hätte sich in Verhandlungen anders verhalten müssen. Aber es ist ja leicht gesagt: Im Augenblick musste gehandelt werden und das Gebot der Rettung des Vaterlandes stand im Vordergrund. Das war das Leitmotiv der Sozialdemokraten. Und die USPD, der Lothar [Popp] war USPD-Mann, das waren gute Männer, das waren keine Radauleute.
Es war eine mutige Tat von ordentlichen Deutschen, die das Land nicht in einer noch größeren Krise haben wollten. Es waren ruhige Leute, es waren außerordentlich nette, bewusste und kluge Leute, die nachgedacht hatten. So seh ich die Jungens heute. Es war eine mutige Tat, die Zivilcourage erforderte, eine Revolte, keine Meuterei, und auch keine Revolution.

Zum vollständigen Dokument mit den Interviews, Auszügen aus ihrem Tagebuch und einer kurzen Biografie: PDF.

Julius Bredenbeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julius Bredenbeck 1989, Video-Standbild: Gerdes/Kuhl.

Julius Bredenbeck (1907–1990) war damals Mitglied der Arbeiterjugend. Später wurde er ein bekannter Gewerkschafter und Sozialdemokrat sowie persönlicher Referent von Lauritz Lauritzen, der u. a. verschiedene Ministerposten bekleidete. Er wurde 1983 und 1989 von Klaus Kuhl interviewt. Das erste Interview wurde per Tonbandgerät, das zweite per Video von Kay Gerdes aufgezeichnet.

Auszüge:

Allgemein darf man wohl sagen, es war eine Stimmung, die der Verzweiflung sehr nahe war. Man spürte das Ende des Krieges. Man wusste aber nicht aus noch ein, und es gab nun verschiedene Gruppen. In einzelnen Betrieben gab es schon Arbeiterräte, die sich selbst gebildet hatten, ohne Rechtsgrundlage, einfach aufgrund der Stärke der Organisation. Die zum Teil also auch mit sehr großem revolutionärem Pathos an die Arbeit gingen. In anderen Betrieben waren auch Arbeiterräte, die aber mehr daran interessiert waren, notwendige Dinge, Schwierigkeiten in der Versorgung mit Lebensmitteln usw. weitgehend mit zu steuern. Man kann nicht sagen, dass es eine einheitliche Stimmung gab. Das wurde anders als damals die Matrosen Befehlsverweigerung machten. Das führte ja denn zum Zusammenbruch. Da war eine allgemeine Solidarität in der gesamte Kieler Arbeiterschaft feststellbar: in den größeren Betrieben wurde zunächst die Arbeit niedergelegt. Es wurde sich solidarisiert. Die Arbeiter- und die Soldatenräte fanden sich zu Sitzungen zu Gesprächen zusammen im Gewerkschaftshaus.

Zu den vollständigen Interviews: PDF-Datei.

Martha Riedl (geb. Ehlers)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martha Riedl 1990 in ihrer Kieler Wohnung. Foto: Kuhl.

Martha Riedl (1903–1992) war in den Jahren um 1918 Mitglied der Arbeiterjugend und besuchte die öffentliche Handelsschule. Von 1946 bis 1948 war sie Mitglied der Kieler Ratsversammlung für die SPD. Sie wurde 1990 zweimal, sowie ein weiteres Mal 1991 von Klaus Kuhl interviewt. Das erste Interview wurde per Tonband aufgezeichnet, das zweite Interview fand an den entsprechenden Orten statt und wurde von Kay Gerdes per Video aufgenommen. Das letzte Interview wurde von Klaus Kuhl selbst per Video aufgezeichnet.

Auszüge:

Bei allen Sachen: man ging ins Gewerkschaftshaus, da traf man sich. Und ich ging ins Gewerkschaftshaus. Damals wohnte Eggerstedt im Nebenhaus und den traf ich. Der sagte: Wo kommst du denn her! Ich sagte: Ist Vater hier? Hast du Vater gesehen? Vater ist hier, es ist alles in Ordnung. Und dann sagt er: Bleib man hier, wir können dich gebrauchen. Du weißt ja wo der Peerstall ist? Ich sage: Ja. Der war früher in der Langen Reihe, so ungefähr Höhe Muhls Hotel, war eine Gastwirtschaft. Tatsächlich Peerstall hieß es, weil die Pferde da ausgespannt wurden und die da ins Restaurant, in die Kneipe gingen. Ja, sagt er, denn bringen wir dich dahin, zu dem und dem, kennst du den? Ja kenne ich. Ja denn ist gut, denn kommst nachher wieder, wir können dich gut gebrauchen. In der Zwischenzeit kam aber alles von der Werft rein, rüber, alles was einen Dampfer zu fassen kriegte, war auf dem Dampfer, die fuhren einfach hin und her. Da war kein Fahrplan mehr. Und die Marine kam von der Wik, Düsternbrook runter. Und die Marine, die strebten nach dem Bahnhof, die wollten nach Hause.

Zu den vollständigen Interviews: PDF-Datei.

Otto Preßler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto Preßler 1979 in seiner Wohnung in Kiel-Mettenhof während des Interviews. Foto: K. Kuhl.

Der Metallfacharbeiter Otto Preßler (1895–1981) war SPD- und Gewerkschaftsmitglied. Von 1915 bis Kriegsende musste er in Russland und später an der Westfront als Waffenmeister kämpfen. Er kam über Braunschweig am 10. Dezember 1918 nach Kiel zurück. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der KPD in Kiel und wurde später Vorsitzender. Weil er sich der linksradikalen Entwicklung der KPD widersetzte, wurde er 1929 ausgeschlossen und trat der KPD-Opposition (KPD-O) bei. Nach 1945 wurde er erneut Vorsitzender der KPD in Kiel. Er wurde zum Bevollmächtigten der IG Metall gewählt. Im Jahr 1946 wurde er in den Rat der Stadt Kiel gewählt und war Mitglied der beiden ersten ernannten schleswig-holsteinischen Landtage. 1968 wurde er Mitglied der DKP. Er wurde 1979 von Klaus Kuhl zu seiner Rolle und seinen Einschätzungen der Entwicklung in den ersten Revolutionsmonaten 1918/1919 interviewt.

Auszüge bezüglich der Februarunruhen 1919 in Kiel (so genannter Spartakusaufstand):

Ja, das war dann im Februar 1919. Da war Bremen Räterepublik und dann kamen die Nachrichten, Noske will die Räterepublik beseitigen und die Division Gerstenberger von Berlin wird in Bewegung gesetzt. Da haben wir … aufgerufen zur öffentlichen Versammlung, um die Bremer Arbeiterschaft in der Verteidigung ihrer Räterepublik zu unterstützen. Und diese Versammlung war in der „Concordia“ an der Lübecker Chaussee; das war so ein Tanzlokal, brechend voll. … Der Plan war, und das wurde auch nach der Versammlung … in der Besprechung gesagt, Aktionen hier in Kiel zu organisieren, um Truppen hier an Kiel zu fesseln, die nicht nach Bremen konnten.
Mit einer Kolonne sind wir rausgefahren, … und haben auf der Levensauer Hochbrücke die zwei Maschinengewehre weggeholt. Da waren dann die „Noskiten“, die da Wache hielten. Die sagten: “Wir sind auch nicht für Noske. Nehmt’se man mit.“ … Dann haben wir noch einen Lastwagen angehalten von Eckernförde, wir wollten doch die Maschinengewehre nicht reinschleppen. Und der Fahrer der war ganz verlegen …, da lagen unter der Persenning so geschlachtete Kühe oder was. Wir haben uns nachher nicht mehr um das Fleisch gekümmert, Hauptsache, dass wir die Maschinengewehre nach Kiel rein kriegten. Vorher habe ich sie noch ausprobiert an der Böschung bei der Eisenbahn. Die sagten: „Otto, du kannst doch hier neet scheeten.“ Ich sage: „Ich muss erst mal sehen, ob sie auch funktionieren.“ … [in der] Schule in der Legienstraße gegenüber vom Gewerkschaftshaus wurden die postiert.
Und ich weiß noch ganz genau, dass wir mit einer kleinen Truppe in der Kommandantur, Marinestation Ostsee, da sind wir hin und haben da zwei Admiräle – weiß der Teufel mit den Streifen – gefangen gesetzt; eingeschlossen, die Waffen weggenommen. Wir haben gesagt: “Da bleibt ihr erstmal drin!“ Das waren alles Feldsoldaten, die hatten alle noch so ein bisschen „Rosch“. Und denn auf einmal … kamen welche angelaufen, wir sollten die Kommandantur aufgeben. … Da war die Knallerei da schon im Gange an der Kaserne, und dann sollten wir dorthin. … Und dann wurde diese militärische Organisation der Deckoffiziere eingesetzt, dann ging die Schießerei los. Der Fritz Schulz da, der hat auf dem Bauch gelegen unter den Toten, auf der Treppe. … Und dann wurde gefeuert aus allen Rohren. Mit Maschinengewehren kamen die Brüder an und knatterten dazu. Da war ein Haufen Tote.[A 9] Wir haben uns, um nicht noch das letzte runter schießen zu lassen, zurückgezogen.
All so’n Krom hebt wi mokt, damals. Aber es war doch so, dass eben die große organisierte Masse der Kieler Arbeiter nicht dabei war. … Das ging ja alles so impulsiv und spontan, hier und dort sammelten sich die Gruppen und machten das. Da war keine Zusammenfassung.

Zum vollständigen Interview: PDF-Datei.

Mittelschicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tagebuch des Ingenieurs Nikolaus Andersen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andersen als junger Mann. Foto: Familienbesitz.

Der Tagebuchschreiber Nicolaus oder Nikolaus Andersen war Beamter des "Bureaus M.K. der Fried. Krupp A.–G., Germaniawerft". Er war dort hauptsächlich mit dem Ändern technischer Zeichnungen befasst. Die Eltern des Schreibers besaßen damals einen Hof in Rinkenis (heute Rinkenæs, Dänemark), welches 1918 zum Deutschen Reich gehörte. Das in deutscher Schrift verfasste Tagebuch wurde 1980 von Karl Altewolf auf einem Flohmarkt entdeckt.

Auszug aus dem Eintrag vom 4. November 1918:

Mittags 3 Uhr waren etwa 200 Mann Infanterie aus Neumünster mit Masch.Gewehr am Bahnhof eingetroffen, sie hielten um 6 [18] Uhr die Eingänge besetzt. Um 9 [21] Uhr waren die Matrosen Herren des Bahnhofes. Die Soldaten aus Neumünster sind jedenfalls abgezogen. Später kommen plötzlich nach lauten Hurrahs die Infant. Rgmt. Nr. 84 [aus Schleswig, siehe auch oben den Bericht von Jonny Pump, der dieser Einheit angehörte] einzeln ohne Waffen aus dem Bahnhof und machten mit den Matrosen gemeinsame Sache. Sie lieferten Gewehre, Munition und Maschinengewehre an die Marine ab. Große Verbrüderung und Hochs auf die Infanterie. Feldgraue Helme wurden weggeworfen, Mützen aufgesetzt und Klamauk gemacht. Später gegen 11 Uhr … Unheimliches Gedränge vor dem Nordportal u. Begeisterung. Hunderte Infanteristen zwischen tausenden Arbeitern, Marines, Zivilisten und – Mädchen und Jungs. Wildes durcheinander befehlen und Klamauk. Alle Marine ist nach und nach bewaffnet.
Um 1 Uhr nach Hause, denn es war kalt. Kaum im Bett, erhebt sich ein mörderliches Schießen. Ich raus. Am Bahnhof menschenleer. Man schießt (angeblich aus dem Hansa-Hotel und zwar von Offizieren) auf die Soldaten. Das Hotel wird erheblich beschossen, desgl. mehre Häuser am Sophienblatt, so Uhrmacher Blunck u. Ecke Lerchenstraße gegenüber auch noch. Als es ruhig, gehe ich durch den Tunnel südl. am Bahnhof entlang. Ein Lastauto kommt Ringstr. u. wird mächtig beschossen von allen Seiten. Leider sind Matrosen die Insassen. Als das Schießen eingestellt ist, findet man einen Obermaat mit Beinschuß und einen Matrosen mit Brustschuß.

Weitere Auszüge und Hintergrundinformationen: PDF-Datei. Das vollständige Tagebuch mit einer Textanalyse wurde im Peter Lang Verlag veröffentlicht: Klaus Kuhl: Kiel und die Revolution von 1918. Das Tagebuch eines Werftingenieurs, verfasst in den Jahren 1917-1919. Edition und Textanalyse. Berlin 2018 (Kieler Werkstücke Bd. 51). ISBN 978-3-631-75857-1.


Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stand 26. Januar 2022 wurden neun Berichte/Interviews von insgesamt 37 übertragen. Die anderen Zeitzeugnisse werden in den nächsten Wochen übertragen, aber können nach wie vor unter [1] angesehen werden.
  2. Popp merkte an, dass die Gefangenen nach Kiel gebracht worden seien. Nach den Recherchen Dähnhardts (Revolution in Kiel, 1978, S. 109) waren die vor Wilhelmshaven Verhafteten in eine Haftanstalt in Bremen-Oslebshausen gebracht worden und waren nach dem Matrosenaufstand von Kieler Matrosen befreit worden. Dabei stützt er sich auf Veröffentlichungen von Peter Kuckuk und Ulrich Kluge. Nach Kiel wurden die während der Fahrt durch den Nord-Ostsee-Kanal verhafteten 48 „Rädelsführer“ gebracht, sowie am Morgen des 3. November weitere 57 Verhaftete der „Markgraf“.
  3. Nach den Untersuchungen Dähnhardts gab es 7 Tote bei der Schießerei. Es waren keine Frauen und Kinder unter den Opfern. Eine Frau war kurze Zeit vorher im Verlauf des Demonstrationszuges unter eine Straßenbahn geraten und gestorben. Zwei verwundete Personen starben später. Damit kamen insgesamt 10 Personen im Rahmen der Ereignisse des 3. November ums Leben.
  4. Nach zeitnahen Berichten und Aktennotizen ist hier kein MG eingesetzt worden.
  5. Es gab sieben Tote und 29 Verletzte, darunter waren keine Frauen oder Kinder.
  6. Auch hier handelt es sich um eine spätere Ausschmückung Artelts.
  7. Nach der detaillierten Analyse der Vorgänge gab Steinhäuser Feuerbefehl, wobei die Rekruten fast alle in die Luft schossen. Nach nochmaligem Feuerbefehl schossen sie in Panik auf die erneut anstürmenden Demonstranten und flohen dann, wobei Steinhäuser allein zurückblieb. Ein Polizeimeister und der in der Nähe weilende Marineoffizier Karl Weiß kamen ihm zu Hilfe. Alle drei wurden schwer verletzt.
  8. Das Reichskriegsministerium in Berlin verlangte die Zurückziehung und Vernichtung der Ausgabe "da [Trowitz' Artikel] geeignet ist, anstelle der heute angestrebten vertrauensvollen Einheit der Nation Gegensätze in der Wehrmacht hervorzurufen." Falls er dieser Aufforderung nicht zufriedenstellend nachkomme, würde die Geheime Staatspolizei mit der Beschlagnahme beauftragt. Bundesarchiv BArch RM 8/1025 Bl. 22.
  9. Insgesamt kamen bei dieser Aktion sechs der KPD nahe stehende Männer ums Leben, von denen fünf auf der Revolutionsanlage auf dem Eichhof beerdigt wurden, das sechste Opfer wurde nach Lichtenberg überführt; vgl. Klaus Kuhl: Opfer von Matrosen-/Arbeiteraufstand 1918, Februarereignissen 1919 und Kapp-Putsch 1920. Kiel 2021. Online zugänglich (aufgerufen am 18. Juni 2022) unter: [2].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lothar Popp unter Mitarbeit von Karl Artelt: Ursprung und Entwicklung der November-Revolution 1918. Wie die deutsche Republik entstand. Behrens, Kiel 1919, Reprint als Sonderveröffentlichung 15 der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Kiel 1983. Im Jahr 2020 leicht gekürzt und von Klaus Kuhl kommentiert veröffentlicht in: IG Metall Bezirksleitung Küste (Hrsg.): Matrosenaufstand und Novemberrevolution 1918. Hamburg 2020, S. 96-115, ISBN 978-3-96488-063-5.
  2. Karl Artelt: Mit der roten Fahne zum Vizeadmiral Souchon [Souchon war im August 1918 bereits zum Admiral befördert worden]. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED: Vorwärts und nicht vergessen – Erlebnisberichte aktiver Teilnehmer der Novemberrevolution 1918/1919. Berlin 1958, S. 89–100.
  3. Bundesarchiv BArch RM 8/1025 Bl. 53.
  4. Erich Trowitz: Revolution in Kiel – E./163. In: Bundeszeitung der Vereinigungen ehemaliger 163er, Nr. 11 1936. Bundesarchiv BArch RM 8/1025 fol. 32-36.