Barbarossabrücke
Die Barbarossabrücke war eine Landungsbrücke am Fuße des Kieler Schlosses.
Barbarossabrücke historisch
Im Kieler Hafen nutzte man zunächst ab 1865 ausgediente Einheiten, sog. Hulks der preußischen Marine als schwimmende Mannschaftsunterkünfte. Eine Hulk war ein außer Dienst gestelltes Schiff, das keinen Antrieb mehr hat. (Segelschiff ohne Masten, Dampf- und Motorschiffe ohne Maschine).
Im August 1865 verlegte das Wohnschiff Barbarossa von Danzig nach Kiel. Zum Festmachen der Barbarossa wurden Duckdalben in den Hafengrund eingeschlagen. Die Landverbindung wurde mittels eines von der Stadt geliehenen Prahm gewährleistet. Diese Landverbindung wurde als nicht ausreichend angesehen. Im Februar 1868 stellte der preußische Fiskus Finanzmittel zunächst für den Bau einer festen Landungsbrücke für die Barbarossa zur Verfügung und die Marine begann am 28. Februar 1866 mit der Realisierung. Die Brücke sollte ca. 165 Fuß lang werden. Die Barbarossabrücke wurde mehrfach umgebaut.
Gleichzeitig war die Barbarossa ein Teil der südlichen Grenze des Reichskriegshafens. Die südliche Trennung zwischen Reichskriegshafen und Handelshafen (Hörn) erfolgte durch eine gedachte und auf den Karten eingetragene Linie Barbarossa Brücke - Mooring Boje Nr. 6 - Wilhelminenhöhe.
1873 begann die Marine nördlich der Barbarossabrücke mit dem Bau einer kleineren Landungsbrücke für das Wohnschiff Gefion.
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Blick auf das Kieler Schloss, im Vordergrund die Barbarossabrücke um 1900, Kieler Stadtarchiv Signatur 44.631 Bestand 1.6 (APhoS) der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte
Der Name Barbarossa:
Zum Aufbau der neuen Reichsflotte kaufte Deutschland die in Greenock, England gebaute Britannia im März 1849. Das Schiff wurde in Liverpool und Brake zum Kriegsschiff Barbarossa umgebaut. Nach Beendigung der Ausrüstung stellte man die Barbarossa als Flaggschiff der Reichsflotte in Dienst. Am 31. Dezember 1851 beschloss die Bundesversammlung die Auflösung der Flotte. Die Barbarossa wurde zusammen mit der Segelfregatte Gefion am 16. Februar 1852 an Preußen übergeben. In Danzig erfolgte eine Inspektion mit dem Ergebnis, dass Kessel und Maschine das Ende der Lebensdauer erreicht hatten. Die Barbarossa konnte nicht in den aktiven Dienst übernommen werden, sondern sollte als Kasernenschiff dienen. 1854 erfolgte ein entsprechender Umbau bei der Königlichen Werft zur Unterbringung von ca. 500 Mann. 1865 wurde sie nach Kiel in den neuen preußischen Kriegshafen geschleppt, wo sie weiterhin als Ausbildungsschiff diente. 1856 erfolgte dann in Kiel die Indienststellung der Barbarossa als "nicht seegehendes Wachtschiff". Ab 1875 diente das Schiff nur noch als Wohnhulk für Schiffsjungen. Am 5. Mai 1880 wurde die Barbarossa außer Dienst gestellt und ihre Verwendung als Zielschiff beschlossen. Am 28. Juli 1880 wurde das Schiff im Beisein des Kronprinzen durch einen Torpedoschuss von der SMS Zieten versenkt. Das Wrack wurde später gehoben und in Kiel abgebrochen.