Spielwaren Giesecke: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Giesecke 1969.jpg|mini|Eingang mit Schaufenstern, 1969]] | |||
'''Spielwaren Giesecke''' war ein Traditions-Spielwarengeschäft in der [[Holstenstraße]]. Das Geschäft war über viele Jahrzehnte ein Sehnsuchtsort für Generationen von Kieler Kindern, die sich an den reichhaltigen Schaufenstern die Nasen plattdrückten, bis es nach rund 100 Jahren geschlossen wurde. | |||
== Unternehmensgeschichte == | |||
Das Unternehmen entstand im Oktober 1890, als Theodor Giesecke die mindestens bereits seit 1852 im Haus Vorstadt 40 bestehende Handlung für "Gewürz- und Delikatessenwaaren, Decimalwaagen und Tapeten" von Carl Adolf Kähler übernahm. Kähler hatte dort im Lauf der Jahre das Sortiment immer wieder verändert und firmierte zum Schluss als "Handlung von Steinzeug, Glas, Porzellan, in- und ausländischem Töpfergut, Lager von allen Arten Haushaltsgegenständen, Gewürz-, Galanterie- und Spielwaaren". | |||
Nachdem das Geschäft an Giesecke übergegangen war, blieb es zwar bei einer ständigen Anpassung des Sortiments, dabei wurden die Spielwaren aber immer mehr zum Hauptgeschäft, so dass die Firma 1915 nur noch kurz "Theodor Giesecke - Spielwaren-Handlung" hieß. | |||
Durch die Einbeziehung der Straße Vorstadt in die Holstenstraße wurde das Haus Vorstadt 40 im Jahr 1901 zur Holstenstraße 70. Daran änderte sich bis zur Zerstörung das Hauses am 13. Dezember 1943 nichts. Am Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] war der Abschnitt der Holstenstraße zwischen [[Fleethörn]] und [[Schevenbrücke]] vollständig zerstört und die Firma Giesecke fand ein Zwischenquartier in der Holstenstraße 18. | |||
Spätestens 1952 fand sich Giesecke wieder in der Holstenstraße, allerdings unter der Hausnummer 76. Wahrscheinlich handelt es sich aber trotz veränderter Hausnummer um dasselbe Grundstück wie vor dem Krieg. | |||
Bis 1974 blieb das Unternehmen in der Hand der Familie Giesecke. Dann wurde es für 10 Jahre an Franz Carl Weber aus Weinheim verpachtet. Diese führte es unter dem Namen "Spielwaren Giesecke, Filiale der Franz Carl Weber-Deutschland GmbH" weiter. Nach dem Ablauf des Pachtvertrages fiel die Firma an die Familie Giesecke zurück, die es noch für zwei weitere Jahre als Einzelunternehmen betrieb. Im Herbst 1986 wurde es in eine GmbH umgewandelt und in dieser Form bis 2010 weitergeführt, bis Giesecke nach fast 120 Jahren als Spielwarengeschäft endgültig die Türen schloss.<ref>Handelsregistereinträge HRA 130 KI, HRA 2958 KI und HRB 2382 KI</ref> | |||
Die letzte verfügbare Webpräsenz des Unternehmens findet sich bei archive.org und wurde dort im August 2006 gesichert.<ref>[https://web.archive.org/web/20060818060449/http://spielwaren.freepage.de/giesecke/ webpräsenz] bei archive.org, zuletzt abgerufen 17.01.2026</ref> | |||
== Weblinks == | |||
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== Einzelnachweise == | |||
<references /> | |||
Aktuelle Version vom 18. Januar 2026, 18:35 Uhr
Spielwaren Giesecke
- Aktiv
- Nein
- Gegründet
- 1890
- Beendet
- 2010
- Adresse
- Holstenstraße 76
24103 Kiel - Stadtteil
- Vorstadt
- Branche
- Einzelhandel (Spielwaren)


Spielwaren Giesecke war ein Traditions-Spielwarengeschäft in der Holstenstraße. Das Geschäft war über viele Jahrzehnte ein Sehnsuchtsort für Generationen von Kieler Kindern, die sich an den reichhaltigen Schaufenstern die Nasen plattdrückten, bis es nach rund 100 Jahren geschlossen wurde.
Unternehmensgeschichte
Das Unternehmen entstand im Oktober 1890, als Theodor Giesecke die mindestens bereits seit 1852 im Haus Vorstadt 40 bestehende Handlung für "Gewürz- und Delikatessenwaaren, Decimalwaagen und Tapeten" von Carl Adolf Kähler übernahm. Kähler hatte dort im Lauf der Jahre das Sortiment immer wieder verändert und firmierte zum Schluss als "Handlung von Steinzeug, Glas, Porzellan, in- und ausländischem Töpfergut, Lager von allen Arten Haushaltsgegenständen, Gewürz-, Galanterie- und Spielwaaren".
Nachdem das Geschäft an Giesecke übergegangen war, blieb es zwar bei einer ständigen Anpassung des Sortiments, dabei wurden die Spielwaren aber immer mehr zum Hauptgeschäft, so dass die Firma 1915 nur noch kurz "Theodor Giesecke - Spielwaren-Handlung" hieß.
Durch die Einbeziehung der Straße Vorstadt in die Holstenstraße wurde das Haus Vorstadt 40 im Jahr 1901 zur Holstenstraße 70. Daran änderte sich bis zur Zerstörung das Hauses am 13. Dezember 1943 nichts. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war der Abschnitt der Holstenstraße zwischen Fleethörn und Schevenbrücke vollständig zerstört und die Firma Giesecke fand ein Zwischenquartier in der Holstenstraße 18.
Spätestens 1952 fand sich Giesecke wieder in der Holstenstraße, allerdings unter der Hausnummer 76. Wahrscheinlich handelt es sich aber trotz veränderter Hausnummer um dasselbe Grundstück wie vor dem Krieg.
Bis 1974 blieb das Unternehmen in der Hand der Familie Giesecke. Dann wurde es für 10 Jahre an Franz Carl Weber aus Weinheim verpachtet. Diese führte es unter dem Namen "Spielwaren Giesecke, Filiale der Franz Carl Weber-Deutschland GmbH" weiter. Nach dem Ablauf des Pachtvertrages fiel die Firma an die Familie Giesecke zurück, die es noch für zwei weitere Jahre als Einzelunternehmen betrieb. Im Herbst 1986 wurde es in eine GmbH umgewandelt und in dieser Form bis 2010 weitergeführt, bis Giesecke nach fast 120 Jahren als Spielwarengeschäft endgültig die Türen schloss.[1]
Die letzte verfügbare Webpräsenz des Unternehmens findet sich bei archive.org und wurde dort im August 2006 gesichert.[2]
Weblinks
„Holstenstraße 76“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de
Einzelnachweise
- ↑ Handelsregistereinträge HRA 130 KI, HRA 2958 KI und HRB 2382 KI
- ↑ webpräsenz bei archive.org, zuletzt abgerufen 17.01.2026