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Die '''Autokraft''' | Die '''Autokraft''' ist ein Busverkehrsunternehmen, welches einen Linienverkehr im östlichen Schleswig-Holstein betreibt, in den auch Kiel eingebunden ist. Die Autokraft und Dithmarschenbus in Schleswig-Holstein bilden zusammen mit zwei weiteren Teilhabern in Niedersachsen die DB Regio Bus Nord, die zu [[DB Regio]] gehört. | ||
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Das Unternehmen wurde bereits am [[15. Juli]] [[1945]] durch den als Kriegsfüchtling aus Danzig gekommenen, damals bereits 60 Jahre alten Unternehmer Kurt Löwenthal<ref>[https://www.welt.de/print-welt/article682621/Mit-dem-Trambus-zum-Hamsterkauf.html 60 Jahre Autokraft] bei welt.de, veröffentlicht am 15. Juli 2005, abgerufen am 27. Januar 2025</ref> neu gegründet. Er hatte dort bereits ein Omnibusunternehmen betrieben. Mit einer Lizenz der britischen Militärregierung konnte Löwenthal zunächst mit zwei Bussen die Strecke Kiel-Schilksee bedienen. | |||
Das Unternehmen expandierte schnell. Noch im Gründungsjahr konnten fünf weitere gebrauchte Busse erworben werden und Ende 1946 besaß das Unternehmen bereits zehn Busse und hatte seinen ersten Betriebshof in der [[Rendsburger Landstraße]] 191-97 (heute: Firma GKN). Die Busse fuhren im Linienverkehr bis nach Großenbrode zur Fähre nach Fehmarn. Durch eine Teilübernahme der ''Verkehrs Union GmbH'' gewann die Autokraft die Linien nach Flintbek und Schierensee sowie die Fernbuslinie nach Berlin hinzu. Daneben betrieb die Autokraft auch Ausflugsfahrten mit Reisebussen, bei denen es an Bord sogar eine Bedienung durch einen Steward gab. | |||
Mit dem Beginn der 1950er-Jahre kaufte sich die ''Deutsche Bundesbahn'' zunehmend in schleswig-holsteinische Busverkehrsunternehmen ein, die nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] weitestgehend privatwirtschaftlich betrieben wurden. So übernahm sie 1951 mehrere Unternehmen in Schleswig-Holstein, neben der Autokraft und der Verkehrs-Union auch die ''Segeberger Verkehrsbetriebe GmbH''. | |||
Die Firmen agierten zunächst eigenständig unter der unternehmerischen Führung der Autokraft. In der Folgezeit erhielten die Busse aller Unternehmen eine einheitliche Lackierung in Beige- und Grüntönen und die Autokraft zog 1952 mit ihrem Betriebshof in die [[Von-der-Tann-Straße]] 27-29 (heute: ''Domicil-Seniorenpflegeheim'') um. | |||
Durch die Angliederung weiterer Omnibusunternehmen wurde die Autokraft bis 1970 zu einem Unternehmen mit 300 Beschäftigten, das 110 Busse auf seinen 64 Linien in Betrieb hatte. Schon ab 1963 existierte eine Kooperation mit den [[Kieler Nachrichten]], die für ihre ''Glückskäfer-Reisen'' die Reisebusse der Autokraft nutzte. Seit 1979 bedienen die ''Kielius''-Busse im Taktverkehr den Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel. | |||
Aufgrund politischer Vorgaben wurden ab 1975 die Busdienste der Bundesbahn und der Bundespost zu privatrechtlich organisierten Unternehmen umgebildet. Schleswig-Holstein war dabei eine von vier Modellregionen. Durch die Übernahme von 94 Bussen des Postreisedienstes wuchs der Fuhrpark erneut stark an. Seit 1982 ist die Autokraft das größte Omnibusunternehmen im nördlichsten Bundesland. | |||
1983 bezog das Unternehmen seinen neuen Firmensitz und Betriebshof in der [[Bunsenstraße]] 2 im Gewerbegebiet Kiel-[[Wellsee]].<ref>[https://www.dbregiobus-nord.de/unternehmen/historie/autokraft-historie Geschichte des Unternehmens] bei dbregiobus-nord.de, abgerufen am 27. Januar 2025</ref><ref>{{WP|Autokraft#Geschichte|Autokraft}}</ref> | |||
== Bilder == | |||
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Omnibus-Verkehrsbetrieb Autokraft GmbH in der Von-der-Tann-Straße 27-31 (Kiel 30.416).jpg|Waschanlage auf dem Betriebshof; Mai 1963 | |||
Bus von Autokraft für die Kieler Nachrichten (KN) (Kiel 32.191).jpg| Bus für Glückskäfer Reisen; Jan. 1964 | |||
Doppelstock-Omnibus der Autokraft GmbH (Kiel 34.177).jpg| Doppelstock Bus, Versuchseinsatz auf der Flintbek-Linie; Nov. 1964 | |||
Omnibus-Verkehrsbetrieb Autokraft GmbH in der Von-der-Tann-Straße 27-31 (Kiel 46.879).jpg| Betriebshof Von-der-Tann-Straße; Mai 1970 | |||
Kirchhofallee (Kiel 65.459).jpg|Kirchhofallee, rechts das Betriebsgelände in der Von-der-Tann-Straße; Jan. 1975 | |||
Busse von Autokraft für die Kieler Nachrichten (KN) (Kiel 69.741).jpg|Rathausplatz; Dez. 1979 | |||
Busdepot der Omnibus-Verkehrsbetrieb Autokraft GmbH in der Bunsenstraße 2 in Wellsee (Kiel 74.790).jpg| Betriebshof Wellsee; Aug. 1983 | |||
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== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == |
Aktuelle Version vom 2. Februar 2025, 14:13 Uhr
Autokraft
auch "AK"
- Gegründet
- 1945
- Adresse
- Bunsenstraße 2
24097 Kiel - Telefon
- 0431 38671024
- Web
- https://www.dbregiobus-nord.de/
- Rechtsform
- GmbH
- Branche
- ÖPNV

Die Autokraft ist ein Busverkehrsunternehmen, welches einen Linienverkehr im östlichen Schleswig-Holstein betreibt, in den auch Kiel eingebunden ist. Die Autokraft und Dithmarschenbus in Schleswig-Holstein bilden zusammen mit zwei weiteren Teilhabern in Niedersachsen die DB Regio Bus Nord, die zu DB Regio gehört.
Geschichte
Das Unternehmen wurde bereits am 15. Juli 1945 durch den als Kriegsfüchtling aus Danzig gekommenen, damals bereits 60 Jahre alten Unternehmer Kurt Löwenthal[1] neu gegründet. Er hatte dort bereits ein Omnibusunternehmen betrieben. Mit einer Lizenz der britischen Militärregierung konnte Löwenthal zunächst mit zwei Bussen die Strecke Kiel-Schilksee bedienen.
Das Unternehmen expandierte schnell. Noch im Gründungsjahr konnten fünf weitere gebrauchte Busse erworben werden und Ende 1946 besaß das Unternehmen bereits zehn Busse und hatte seinen ersten Betriebshof in der Rendsburger Landstraße 191-97 (heute: Firma GKN). Die Busse fuhren im Linienverkehr bis nach Großenbrode zur Fähre nach Fehmarn. Durch eine Teilübernahme der Verkehrs Union GmbH gewann die Autokraft die Linien nach Flintbek und Schierensee sowie die Fernbuslinie nach Berlin hinzu. Daneben betrieb die Autokraft auch Ausflugsfahrten mit Reisebussen, bei denen es an Bord sogar eine Bedienung durch einen Steward gab.
Mit dem Beginn der 1950er-Jahre kaufte sich die Deutsche Bundesbahn zunehmend in schleswig-holsteinische Busverkehrsunternehmen ein, die nach dem Zweiten Weltkrieg weitestgehend privatwirtschaftlich betrieben wurden. So übernahm sie 1951 mehrere Unternehmen in Schleswig-Holstein, neben der Autokraft und der Verkehrs-Union auch die Segeberger Verkehrsbetriebe GmbH.
Die Firmen agierten zunächst eigenständig unter der unternehmerischen Führung der Autokraft. In der Folgezeit erhielten die Busse aller Unternehmen eine einheitliche Lackierung in Beige- und Grüntönen und die Autokraft zog 1952 mit ihrem Betriebshof in die Von-der-Tann-Straße 27-29 (heute: Domicil-Seniorenpflegeheim) um.
Durch die Angliederung weiterer Omnibusunternehmen wurde die Autokraft bis 1970 zu einem Unternehmen mit 300 Beschäftigten, das 110 Busse auf seinen 64 Linien in Betrieb hatte. Schon ab 1963 existierte eine Kooperation mit den Kieler Nachrichten, die für ihre Glückskäfer-Reisen die Reisebusse der Autokraft nutzte. Seit 1979 bedienen die Kielius-Busse im Taktverkehr den Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel.
Aufgrund politischer Vorgaben wurden ab 1975 die Busdienste der Bundesbahn und der Bundespost zu privatrechtlich organisierten Unternehmen umgebildet. Schleswig-Holstein war dabei eine von vier Modellregionen. Durch die Übernahme von 94 Bussen des Postreisedienstes wuchs der Fuhrpark erneut stark an. Seit 1982 ist die Autokraft das größte Omnibusunternehmen im nördlichsten Bundesland.
1983 bezog das Unternehmen seinen neuen Firmensitz und Betriebshof in der Bunsenstraße 2 im Gewerbegebiet Kiel-Wellsee.[2][3]
Bilder
-
Waschanlage auf dem Betriebshof; Mai 1963
-
Bus für Glückskäfer Reisen; Jan. 1964
-
Doppelstock Bus, Versuchseinsatz auf der Flintbek-Linie; Nov. 1964
-
Betriebshof Von-der-Tann-Straße; Mai 1970
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Kirchhofallee, rechts das Betriebsgelände in der Von-der-Tann-Straße; Jan. 1975
-
Rathausplatz; Dez. 1979
-
Betriebshof Wellsee; Aug. 1983
Weblinks
„Autokraft“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de

Einzelnachweise
- ↑ 60 Jahre Autokraft bei welt.de, veröffentlicht am 15. Juli 2005, abgerufen am 27. Januar 2025
- ↑ Geschichte des Unternehmens bei dbregiobus-nord.de, abgerufen am 27. Januar 2025
- ↑ Wikipedia: „Autokraft“