WIK - Feuer aus den Kesseln

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Revolutionsdenkmal

WIK ist der offizielle Name des "Revolutionsdenkmals", das im Ratsdienergarten an die Revolution erinnert, die im November 1918 den Auftakt zur Beendigung des Ersten Weltkriegs bildete.

Denkmal[Bearbeiten]

Das Denkmal aus Corten-Stahl und Granit wurde von dem Hannoveraner Künstler Hans-Jürgen Breuste (1933-2012) ab 1978 als Auftragsarbeit für die Stadt Kiel geschaffen und am 16. Juni 1982 eingeweiht. Es trägt den Beinamen Feuer aus den Kesseln nach einem 1930 veröffentlichten Schauspiel des Dramatikers Ernst Toller (1893-1939).

Es besteht aus drei 6 m hohen, schräg stehenden Stahlträgern, die im oberen Bereich jeweils rechtwinklig von einer schweren Granitsäule durchdrungen werden.

Kontroverse um die Aufstellung[Bearbeiten]

Bei seiner Aufstellung war das Mahnmal in der Kieler Politik und Bevölkerung heftig umstritten. Die SPD-Ratsfraktion hatte anlässlich des 60. Jahrestages der Revolution von 1918 einen Ideenwettbewerb zur künstlerischen Erinnerung an dieses Ereignis angeregt, zu dem Hans-Jürgen Breuste den Siegerentwurf beitrug. In der öffentlichen Debatte zu dem Thema wurde vor allem angeführt, dass die aufständischen Matrosen als Befehlsverweigerer und Meuterer gehandelt hätten und eine ehrende Erinnerung daran nicht angemessen sei.

Der Einweihung im Juni 1982 blieb die CDU-Fraktion bis auf den ihr angehörenden Stadtpräsidenten Eckhard Sauerbaum demonstrativ fern. Sauerbaum las seine Rede entgegen seiner üblichen Praxis vom Blatt, um in der aufgeheizten Situation durch missverständliche Formulierungen keinen Angriffspunkt zu bieten.[1]

Feuer aus den Kesseln[Bearbeiten]

Zitat aus "Feuer aus den Kesseln" am Denkmal

Das Tollersche Drama zeichnet die Ereignisse von der Skagerakschlacht 1916 bis zur Verurteilung und Hinrichtung der Matrosen Albin Köbis und Max Reichpietsch im Jahr 1917 nach. In der letzten seiner zwölf Szenen spannt es den Bogen zur Revolution in Kiel, indem sich dort bei den Mannschaften der Schiffe der Ruf Feuer aus den Kesseln ausbreitet und so das Auslaufen der deutschen Hochseeflotte zur letzten "Entscheidungsschlacht" gegen England und in den "ehrenvollen Untergang" verhindert.

Das Breustesche Denkmal trägt an einem seiner drei Stahlträger eine Platte mit dem Zitat "Der die Pfade bereitet, stirbt an der Schwelle, doch es neigt sich vor ihm in Ehrfurcht der Tod," das Toller seinem Schauspiel als Motto voranstellte.

Links[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kieler Nachrichten vom 2. November 2018 (Druckausgabe)