Kieler Dach

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Bombengeschädigtes Haus in der Goethestraße 23 (1970). Gut zu erkennen ist die Keilform des Daches.

Als Kieler Dach (auch Berliner Dach, gekapptes Dach[1]) bezeichnet man einen in Kiel häufig anzutreffenden Dachtyp.

Bei diesen Dächern wird im obersten Geschoss zur Straßenseite hin ein Satteldach in Traufstellung vorgetäuscht, indem jenes Geschoss eine steile (etwa 60°-75°), mit Dachsteinen versehene Sichtfläche von etwas mehr als Geschosshöhe besitzt. Daran schließt sich ein Flachdach an, das nach hinten leicht abfällt (ca. 5° gegen die Waagerechte) und bis zur rückseitigen Fassade reicht. Die Rückfassade ist senkrecht bis zur Dachkante aufgeführt. Der flache Dachteil ist üblicherweise lediglich mit Dachpappe belegt.

Durch diese Dachkonstruktion ist im Dachgeschoss fast noch ein Vollgeschoss möglich. Zur Straßenseite hin sind meist Gauben vorhanden, an der Rückseite gibt es gewöhnliche Fenster. Die Geschossdecke ist im Inneren waagerecht; der nach hinten flach abfallende Keil zwischen Geschossdecke und Dachhaut lässt lediglich Platz für einen Kriechboden.

Dieser Dachtyp ist Standard bei den Geschosswohnhäusern für Arbeiterfamilien, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Kiel gebaut wurden. Bei Häusern, deren Nachbarhäuser fehlen, kann man diesen Dachaufbau von der Seite her klar erkennen. Ursprünglich wurde der Dachraum für Bodenkammern und Trockenböden genutzt; die vorderen Gauben waren dann eher dekoratives Element. Heute sind im obersten Geschoss häufig Wohnungen eingebaut und neben den Gauben Dachflächenfenster ergänzt worden.

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Einzelnachweise[Bearbeiten]