Anna Karenina

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Die Anna Karenina war eine kombinierte Fracht- und Personenfähre, die von 1991 bis 1996 zwischen Kiel und Sankt Petersburg verkehrte.

Erste Jahre[Bearbeiten]

Mit dem Zerfall des Ostblocks und dem Ende des Kalten Krieges konnte der schon seit 1985 auf sowjetischer Seite bestehende Wunsch einer Fährverbindung vom heutigen Russland zur Westseite der Ostsee Wirklichkeit werden. Kiel bekam dadurch als bisher einziger deutscher Hafen eine fahrplanmäßige Seeverbindung nach Sankt Petersburg, das damals noch Leningrad hieß.

Die sowjetische Staatsreederei kaufte in Norwegen die Fähre Braemar und benannte sie nach dem gleichnamigen Roman von Leo Tolstoi in Anna Karenina um. Am 15. Juli 1991 konnte die Linie eröffnet werden. Das Schiff hatte seinen Liegeplatz am Schwedenkai und wurde mit seinem kyrillischen Schiffsnamen Анна Каренина am Bug ein vertrauter Anblick in Kiel. Die Linie wurde einmal in der Woche in beide Richtungen bedient; es konnten bis zu 1500 Passagiere und hunderte von Fahrzeugen transportiert werden. Eine Fahrt dauerte zweieinhalb Tage.

1996 musste die Linie wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten der Betreiberreederei Baltic Shipping Company zunächst eingestellt werden. Das Schiff dient heute unter dem Namen Regina Baltica als Wohnschiff für Offshore-Arbeiter.[1]

Weitere Entwicklung[Bearbeiten]

Am Fortbestand der Fährlinie bestand trotz der Einstellung weiter großes Interesse. 1997 wurde sie von der Reederei Finnlines wiederbelebt, später von Finnlines und DFDS gemeinsam betrieben. Diese stellten allerdings 2003 den Passagierverkehr ein und wandelten die Fährlinie zur reinen Frachtfähre um. Aufgrund der Ukraine-Krise ging das Frachtaufkommen ab dem Frühjahr 2014 so stark zurück, dass die Betreiber im April und Juni 2014 beide Fähren, die damals die Route befuhren, abzogen. Seitdem ruht die Verbindung.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen zum weiteren Schicksal der Anna Karenina bei welcome-aboard.de, abgerufen am 22. Mai 2017
  2. Behling, Frank: Ukraine-Krise trifft Kiel, Kieler Nachrichten, abgerufen am 22. Mai 2017, hinter Bezahlschranke lesbar