Susanne Gaschke

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Susanne Gaschke (* 19. Januar 1967 in Kiel[1]) ist eine Journalistin, Politikerin (SPD) und Autorin von Sachbüchern. Am 11. November 2012 wurde sie zur Oberbürgermeisterin von Kiel gewählt.[2]

Leben[Bearbeiten]

Nach ihrem Abitur 1986 an der Kieler Gelehrtenschule studierte sie Anglistik, Pädagogik und Öffentliches Recht an der Christian-Albrechts-Universität. Dort wurde sie 1993 mit „summa cum laude“ für ihre Dissertation mit dem Titel „Die Welt in Büchern. Kinder, Literatur und ästhetische Wirkung“ über Kinderliteratur promoviert.

Sie absolvierte ein Volontariat bei den Kieler Nachrichten und war ab 1997 Redakteurin der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit. Dort leitete sie den Bereich „Junge Leser“.

Susanne Gaschke ist mit dem Kieler SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Bartels verheiratet, sie haben eine gemeinsame Tochter.

Politik[Bearbeiten]

Bereits während des Studiums war Susanne Gaschke politisch aktiv (u. a. AStA-Vorsitzende), seit 1987 ist sie Mitglied der SPD.

Als der Kieler Oberbürgermeister Torsten Albig (SPD) zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein gewählt wurde, musste das Amt in Kiel neu besetzt werden. Am 11. August 2012 wurde Gaschke von der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Kiel zur Kandidatin der SPD bestimmt. Im ersten Wahlgang am 28. Oktober 2012 erreichte sie 43,2 Prozent der Stimmen und lag damit gut fünf Prozentpunkte vor ihrem stärksten Mitbewerber Gert Meyer (CDU). Am 11. November 2012 gewann Susanne Gaschke die Stichwahl mit 54,1 Prozent der Stimmen.

Im Juni 2013 entschied die Kieler Oberbürgermeisterin in einer Eilentscheidung, der Stadt nach 15 Verhandlungsjahren die ursprünglich angefallene Gewerbesteuerschuld eines vermögenden Kieler Augenarztes aus Immobiliengeschäften in Höhe von 4,1 Mio. EUR zu sichern; im Gegenzug verzichtete sie auf die angefallenen Zinsen und Gebühren in Höhe von 3,7 Mio. EUR. Diese Eilentscheidung Gaschkes und die der Erlass als solches wurden von der zuständigen Kommunalaufsicht als rechtswidrig eingestuft. Kritik zu dieser Entscheidung kam vor allem aus den Reihen der Ratsopposition. Auch die Lokalmedien bezogen mehrheitlich eine kritische Stellung.[3]. Daraufhin erklärte Gaschke am 28. Oktober 2013 auf einer Pressekonferenz ihren Rücktritt als Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Kiel.[4]

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Gaschke ist Mitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, der Arbeiterwohlfahrt, des Sozialverbandes Deutschland und des Kieler Yacht-Clubs.

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Die Welt in Büchern. Kinder, Literatur und ästhetische Wirkung. (= Dissertation Universität Kiel 1994) Königshausen und Neumann, Würzburg 1995, ISBN 3-88479-966-5.
  • Die Erziehungskatastrophe. Kinder brauchen starke Eltern. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart/München 2001, ISBN 3-421-05465-7.
  • Die Emanzipationsfalle. Erfolgreich, einsam, kinderlos. C. Bertelsmann, München 2005, ISBN 3-570-00821-5.
  • Klick - Strategien gegen die digitale Verdummung. Herder, Freiburg i. Breisgau/Basel/Wien 2009, ISBN 978-3-451-29996-4.
  • Die verkaufte Kindheit. Wie Kinderwünsche vermarktet werden und was Eltern dagegen tun können. Pantheon, München 2011, ISBN 978-3-570-55172-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. kiel.de: Oberbürgermeisterin Dr. Susanne Gaschke wird vereidigt
  2. Weitere Informationen zum Thema „Susanne Gaschke“ in der deutschsprachigen Wikipedia
  3. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag: Die „Armut“ des reichen Augenarztes
  4. Rücktrittserklärung