Der Kieler Seefischmarkt 1947-1979

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27. September 1947

Eröffnung des Kieler Seefischmarktes am Wellingdorfer Ufer der Schwentinemündung

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Kiel eine zerstörte Stadt, die um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten musste. Die Stadt war zerbombt, eine notwendige Infrastruktur stand nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung. Die britische Besatzungsmacht ließ keinen Zweifel daran, dass Kiel nie wieder eine Stadt der Marine und der militärischen Rüstung werden sollte. In einem Schreiben der Militärregierung vom 16. August 1946 an den Oberpräsidenten Schleswig-Holsteins hieß es:

„Alle Liegeplätze für seegehende Schiffe, Kaianlagen, Hafenbecken und Schiffbauhellinge im Marinearsenal, auf den Deutschen Werken und der Germaniawerft sind letzten Endes zu zerstören, da sie ein Kriegspotential bilden“.*

*Quelle: SVGKStG, sb 38, Jutta Briel, Seite 93-102

Somit konnte die britische Besatzungsmacht in Kiel nach Kriegsende die Beschlagnahme von Werften, Rüstungsbetrieben und Militäranlagen begründen.

Aus Ostpreußen, Pommern und Mecklenburg kamen sehr viele Fischer mit ihren Kuttern an die Kieler Förde. Vor 1939 waren in Kiel lediglich 153 kleinere Fischkutter registriert. Bedingt durch die Flüchtlinge nach 1945 stieg die Zahl der registrierten Fischkutter bis 1949 auf insgesamt 348 an. Mit der steigenden Anzahl von Fischkuttern stiegen auch die Fischanlandungen in Kiel sehr stark an. Wurden 1938 noch 1,6 Mio.kg Fisch angelandet, hatte sich 1947 die Fangmenge auf 5,8 Mio.kg Fisch mehr als verdreifacht und verdoppelte sich nochmals 1948.

Für solche Fangmengen war der lokale Fischhandel im Umfeld der 1900 am Seegarten erbauten Fischhalle nicht ausgelegt. In einer Sitzung des Landtages (20. August 1946) wurde daher beschlossen, das in Kiel ein Seefischmarkt auch für die Hochseefischerei eingerichtet werden soll. Der Beschluss des Landtages und die Notwendigkeit eines Seefischmarktes an der Kieler Förde wurde durch ein Gutachten des Instituts für Weltwirtschaft im März 1947 nochmals bestätigt. Aber erst 1948 wurde der Fischhandel vom Seegarten nach Wellingdorf verlagert.

Inhalt

Der Neuanfang

Nach dem verlorenen Krieg war die gewerbliche Wirtschaft in Kiel gezwungen sich von der bisherigen Dominanz der Fertigung von Rüstungsgütern zu verabschieden. Das Ziel des Aufbaues einer krisenfesten Friedenswirtschaft wurde von Andreas Gayk mit Nachdruck verfolgt.

Vor dem Hintergrund der anstehenden wirtschaftlich Umstrukturierung forderte der Landtag wie bereits erwähnt im August 1946 einen weiteren deutschen Seefischmarkt in Kiel zu etablieren, um damit der Bevölkerung neue Perspektiven für ihre Lebensmittelversorgung aufzuzeigen. Wie auch bereits erwähnt wird diese Forderung der Landespolitik durch ein Gutachten des Institutes für Weltwirtschaft aus dem Jahre 1947 bestätigt.

Da in Kiel die Fischerei und die Fisch Vermarktung eine lange Tradition hatten, viele geflüchtete Fischer in Kiel mit ihren Kuttern einen neuen Heimathafen gefunden hatten und die angestiegenen Kutteranlandungen die alte Fischhalle am Seegarten überforderten waren die Bedingungen für den Aufbau eines neuen Seefischmarktes günstig.

Aber auch die anderen, an der Nordsee angesiedelten Seefischmärkte verbargen nicht ihre Abneigung gegen die Gründung eines Seefischmarktes an der Kieler Förde. Trotz des Gegenwindes blieb es bei der Idee einen Hochseefischmarkt an der Kieler Förde zu errichten. Nach Prüfung mehrerer Standorte erwies sich das Gelände der ehemaligen Stocks und Kolbe Werft für die Anlage eines Seefischmarktes und der Ansiedlung von Fisch verarbeitenden Betrieben, als primär geeignet.

Am 7. Juli 1947 stellte die britische Militär Regierung das Gelände der ehemaligen Kolbe Werft der Stadt Kiel zur Verfügung und stimmte der Errichtung eines Hochseefischmarktes und der zugehörigen Betriebe zu. Auf dem nun freigegebenen Gelände mit der ehemaligen Torpedohalle, die als Auktionshalle vorgesehen war, begannen im Juli 1947die Aufräumarbeiten.

Neben der Klärung der Standortfrage erreichten Oberbürgermeister Andreas Gayk und seine Mitarbeiter die Zuteilung von 12 Fischdampferneubauten aus dem vom Kontrollrat freigegebenen Kontingent von 100 Neubauten durch den bizonalen Wirtschaftsrat in Frankfurt für den Kieler Hochseefischmarkt Die ersten Fischdampferneubauten für Kiel wurden bereits im Frühjahr 1948 in Auftrag gegeben.

Ab Ende 1947 begannen Andreas Gayk (Oberbürgermeister), Dr. Klaus Thiede (Ernährungsministerium) und Otto Voss (Planungsamt) mit den vorbereitenden Maßnahmen zu Gründung der „Kieler Seefischmarkt G.m.b.H“ mit Sitz in Kiel. Am 6. März 1948 wurde der Gesellschaftsvertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein (Landesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Bruno Diekmann)  und der Stadt Kiel (Oberbürgermeister Andreas Gayk) unterzeichnet. Die Geschäftsführung übernahm Otto Voss und das Stammkapital von 250. 000 RM wurde mit 52% von der Stadt Kiel und 48% vom Land Schleswig-Holstein getragen.


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Der Wiederaufbau kann beginnen. Seefischmarkt: Verwaltungsgebäude (Geb. 4), Heizzentrale (Geb. 3), Schaltstation (Geb. 2), Fischauktionshalle (Geb. 1). 1949

Bildnachweis: Signatur: 113.577 Bestand: 2.1 - Städtische Lichtbildstelle Titel: Seefischmarkt in der Wischhofstraße 1-3 in Wellingdorf Beschreibung: Verwaltungsgebäude (Gebäude 4), Heizzentrale (Gebäude 3), Schaltstation (Gebäude 2) und Fischauktionshalle (Gebäude 1). Datierung: 1949,Fotograf: Unbekannt Nutzungsrechte: Stadtarchiv Kiel


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Seefischmarkt: Fischauktionshalle (Geb. 1) 1948 Vor dem Wiederaufbau

Bildnachweis: Signatur: 113.572 Bestand: 2.1 - Städtische Lichtbildstelle Titel: Seefischmarkt in der Wischhofstraße 1-3 in Wellingdorf Beschreibung: Fischauktionshalle (Gebäude 1). Datierung: 1948 Fotograf: Unbekannt Nutzungsrechte: Stadtarchiv Kiel


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Seefischmarkt: Verwaltungsgebäude (Geb. 4) 1948 Vor dem Wiederaufbau

Bildnachweis: Signatur: 62.084 Bestand: 2.1 - Städtische Lichtbildstelle Titel: Seefischmarkt in der Wischhofstraße 1-3 in Wellingdorf Beschreibung: Wiederaufbau. Verwaltungsgebäude (Gebäude 4). Datierung: 1948 Fotograf: Unbekannt Nutzungsrechte: Stadtarchiv Kiel

Die ehemaligen Gebäude der Reichswerft auf dem Gelände des geplanten Seefischmarktes waren weniger stark zerstört oder beschädigt wie andere Gebäude im Stadtgebiet. Trotz anhaltender Materialknappheit konnte man also hier mit „geringen“ Aufwand den neuen Kieler Seefischmarkt ansiedeln. Weiterhin war das ehemalige Werftgelände voll erschlossen (Regenwasser/Schmutzwasser, Brauchwasser und auch die notwendige elektrische Energie stand zur Verfügung. Ebenfalls weiterhin nutzbar waren die ca. 400m lange Kaifläche.

Wiederaufbau

Auf dem von der britischen Militär Regierung freigegebene Gelände am Wellingdorfer Ufer der Schwentine befand sich ursprünglich die Werft Stocks & Kolbe (bis 1930) und das Geschäftsgrundstück der Firma A. C. Hansen (Blaue Dampferlinie). Ab 1938 übernahm die Reichswerft das Gelände. Das nach dem ersten Weltkrieg gegründete Marinearsenal (nördlicher Teil der Reichswerft) dehnte sich entlang der Schwentine weiter aus. So wurden u.a. Torpedowerkstätten und Bürogebäude errichtet.

Die Kieler Seefischmarkt GmbH beauftragte den Architekten Otto Schnittgei mit der gesamtem Um- bzw. Neugestaltung des ehemaligen Reichswerftgeländes. Neben der Markthalle waren weitere Gebäude z.b. für die Reederei der Kieler Hochseefischerei, für die Kutterfischliefergenossenschaft, für eine Eisfabrik und für ein Verwaltungsgebäude vorgesehen.

Neben dem örtlichen Fischgroßhandel und der örtlichen fischverarbeitende Industrie siedelten sich aber mit steigenden Fischanlandungen auch andere Betriebe wie z.b. Netzmacher, Betriebe für Instrumentenbau und Schiffsbauzubehör, Schiffsmakler, Schiffausrüster, Sparkasse, Post und Fischereiamt auf dem Seefischmarkt an.

Durch die Übernahme notwendiger Dienstleistungen wie das Löschen der Fischereifahrzeuge, die Vorhaltung von Kisten, die Tiefkühllagerung, die Verladung sowie die Eisproduktion wurde die Seefischmarkt GmbH ein starkes Bindeglied zwischen der anlandenden Fischerei und dem fischverarbeitenden Gewerbe.

Im Herbst 1948 konnte teilweise in der wiederhergestellten Fischauktionshalle der Betrieb wiederaufgenommen werden und die neue Gesellschaft konnte nun erstmalig den angelandeten Fisch an den Handel vermitteln. Der 2. Bauabschnitt der großen Markthalle wurde abgeschlossen im August 1949 abgeschlossen und die gesamte Halle wurde endgültig in Betrieb genommen Da nun alle Fischanlandungen am Seefischmarkt in Wellingdorf erfolgten, wurde der traditionelle Fischhandel am Seegarten eingestellt.

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Seefischmarkt: Eiswerk (Geb. 5) 1949, Vor und während des Wiederaufbaus

Bildnachweis links:

Signatur: 113.573 Bestand: 2.1 - Städtische Lichtbildstelle Titel: Seefischmarkt in der Wischhofstraße 1-3 in Wellingdorf Beschreibung: Eiswerk (Gebäude 5). Datierung: 1949 Fotograf: Unbekannt Nutzungsrechte: Stadtarchiv Kiel

Bildnachweis rechts;

Signatur: 62.096 Bestand: 2.1 - Städtische Lichtbildstelle Titel: Seefischmarkt in der Wischhofstraße 1-3 in Wellingdorf Beschreibung: Wiederaufbau. Eiswerk (Gebäude 5). Datierung: 1949 Fotograf: Unbekannt Nutzungsrechte: Stadtarchiv Kiel

Am 15.Juli 1949 nimmt auf dem Kieler Seefischmarkt das neu erbaute Eiswerk den Betrieb auf.

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Seefischmarkt: Eiswerk (Geb. 5) 1949, nach Fertigstellung und Aufnahme des Betriebes

Bildnachweis: Signatur: 71.946 Bestand: 2.1 - Städtische Lichtbildstelle Titel: Seefischmarkt an der Schwentinemündung Beschreibung: Eiswerk (Gebäude 5). Datierung: 1949 Fotograf: Unbekannt Nutzungsrechte: Stadtarchiv Kiel

Die nach dem Wiederaufbau vom Seefischmarkt genutzten Gebäude:***

·        Geb. 1                            Fischauktionshalle (ehemals Geb. 270 Torpedoarmierung)

·        Geb. 2 + 3                     u.a. Güterabfertigung (ehemals Geb. 18 Unterstation / Geb. 15 Kesselhaus)

·        Geb. 4                            Hauptgebäude (ehemals Geb. 275 Bürogebäude)

·        Geb. 5 + 5a                   Eiswerk/Kühlhaus (ehemals Geb. 7/8 Lager)

·        Geb. 6 +6a                    Reedereigebäude/-Werkhalle (ehemals Geb. 12/13 Rohbau)

·        Geb. 7                            Fischkonserven (ehemals Geb. 9/11 Schiffsinstandsetzungswerkstatt)

·        Geb. 8                            Fischkonserven (ehemals Geb. 10 Leuchtspitzenwerkstatt)

·        Geb. 9 + 9a                   Netzfabrik u. Apparatebau (ehemals Geb. G-Lager)

·        Geb. 10 + 10a              Eingang/Garagen/Werkstätten (ehemals Geb. B Lager/Geb. 271 Gasmaskenwerkstatt)

·        Geb. 11                         Fisch/Feinkost (ehemals Geb. 274 Torpedowerkstatt)

·        Geb. 12                         Navigation/Feinmechanik (ehemals Geb. 272 Navigationsgebäude)

·        Geb. 13                         Erste Frosterei (ehemals Torpedowerkstatt Geb. 273)

·        Geb. 14/15                   Anbau/Funkzentralzeugamt (ehemals Geb. 5 + 3 Nachrichteninnenbetrieb)

***Quelle 1948-1998 50 Jahre Kieler Seefischmarkt Seite 9/Seite 20 sowie Seite 27-31 und 39-65


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Seefischmarkt: Fischauktionshalle (Geb. 1) 1949, nach Fertigstellung und Aufnahme des Betriebes

Bildnachweis: Signatur: 71.943 Bestand: 2.1 - Städtische Lichtbildstelle Titel: Seefischmarkt in der Wischhofstraße 1-3 in Wellingdorf Beschreibung: Fischauktionshalle (Gebäude 1). Im Hintergrund rechts das Werk Dietrichsdorf der Howaldtswerke an der Schwentinemündung. Datierung: 1949 Fotograf: Unbekannt Nutzungsrechte: Stadtarchiv Kiel

Die Fischauktionshalle Gebäude 1 wurde bereits vor 1945 auf dem Gelände der ehemaligen Kolbe Werft (ehemals Geb. 270 Torpedoarmierung) errichtet. Die Halle umfasst eine Fläche von fast 10.000 Quadratmetern. Auch aus der Zeit vor 1945 stammt das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude. Als Gebäude Nr. 275 des Marinearsenals wurde das Bürogebäude 1939/1940 erbaut. Beide Gebäude wurden parallel zur Kaimauer angelegt. Als einziges Gebäude zeigt der Verwaltungsbau zwei Schmuckelemente.


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Werftarbeiter und Matrose von Erich Schmidt-Kabul an der Außenfassade des Hauptgebäudes (Geb. 4)

Bildnachweis links: Signatur: 65.364 Bestand: 2.3 - Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) Titel: Skulptur "Werftarbeiter" von Erich Schmidt-Kabul Beschreibung: an der Außenfassade von Haus 4 des Seefischmarkts in der Wischhofstraße 1-3 in Wellingdorf. Datierung: 11.1974 Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987) Nutzungsrechte: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte

Bildnachweis rechts; Signatur: 65.363 Bestand: 2.3 - Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) Titel: Skulptur "Matrose" von Erich Schmidt-Kabul Beschreibung: an der Außenfassade von Haus 4 des Seefischmarkts in der Wischhofstraße 1-3 in Wellingdorf. Datierung: 11.1974 Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987) Nutzungsrechte: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte

Die wirtschaftliche Entwicklung

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Jubiläum 20 Jahre Seefischmarkt an der Schwentine 03/1968 Nach dem Wiederaufbau

Bildnachweis: Signatur: 42.717 Bestand: 2.3 - Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) Titel: Jubiläum 20 Jahre Seefischmarkt an der Schwentine Beschreibung: Blick von der Holsatiamühle auf Schwentine und Seefischmarkt. Datierung: 05.03.1968 Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987) Nutzungsrechte: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte

Bereits im Jahre 1949 wurden 16.000t Fisch am neu eröffneten Seefischmarkt in Wellingdorf angelandet. Die 1956 angelandete Fischmenge von 43.000t stellte den Höhepunkt der Frischfischanlandung dar und pendelte bis 1968 dann bei rund 30.000t ein.

Neben den in Kiel traditionell existierenden Fischräuchereien etablierte sich nach der Errichtung des Seefischmarktes zusätzlich am Ufer der Schwentine eine expandierende Fischindustrie. Die Beschäftigungslage auf dem Seefischmarkt entwickelte sich ebenfalls positiv. Von 350 Mitarbeitern im Jahre 1949 stieg die Zahl der Beschäftigten bis 1971 auf 1.715 Mitarbeiter an.

Im Jahre 1954 wurde auf dem Seefischmarkt u.a. von sieben Fischgroßhändlern die Kiel-Frost GmbH & Co KG gegründet. Diese neue Firma befasste sich mit dem Einfrieren von Fischfilet und dem Vertrieb dieser Filets. Von den gleichen Großhändlern wurde, um das bis dahin manuelle Filetieren zu automatisieren die Kieler Fischgroßhandels GmbH & Co KG gegründet. Beide Betriebe gehörten bis zum Ende der 50er Jahre zu den bedeutendsten Filitierbetrieben im Bundesgebiet. Ab 1960 wurden die neuen Heckfänger mit Filitieranlagen und Gefrieranlagen ausgestattet. Somit konnte der Fang gleich an Bord verarbeitet und eingefroren werden. Im Rahmen dieser Entwicklung mussten beide Betriebe 1971 ihre Tätigkeit einstellen.

Die Ertragslage der Kieler Seefischmarkt GmbH war nicht kostendeckend. Die Stadt und das Land mussten die Hochseefischerei Kiel immer finanziell unterstützen. Die gegenüber den Mitbewerbern langen Fahrzeiten zu den Fangplätzen und ein einsetzender Preisverfall führten zu größeren wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Hochseefischerei Kiel GmbH. Im Rahmen des bundesdeutschen Wirtschaftswunders erhielt Fleisch bei der Bevölkerung einen höheren Stellenwert als Fisch. Somit sank der Pro-Kopf Verbrauch und es setzte ein Preisverfall ein. Ab 1971 lief kein Fischdampfer mehr den Seefischmarkt in Wellingdorf an.

Die Hochseefischerei Kiel GmbH ließ 1971/1972 fünf ältere Seitenfänger abwracken und vercharterte den Rest der Fangflotte der Hochseefischerei Nordsee nach Cuxhaven.

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Der Seefischmarkt an der Schwentinemündung 1971

Bildnachweis: Signatur: 49.309 Bestand: 2.3 - Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) Titel: Ausgestorbener Seefischmarkt an der Schwentinemündung Beschreibung: Seit der Vergabe der Schiffsflotte in private Hände im März haben nur zwei Schiffe ihren Fang hier angelandet. Datierung: 07.1971 Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987) Nutzungsrechte: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte

Hochseefischerei Kiel, die Entwicklung der Fangflotte nach 1945

Das Land Schleswig Holstein erhielt nach Kriegsende von der Militärverwaltung insgesamt 84 Kriegsfischkutter für den Aufbau einer der Versorgung der Bevölkerung dienenden Fischerei zugeteilt. Vor Kriegsbeginn waren in Kiel lediglich 22 Fischkutter registriert. Bis 1948 umfasste die Zahl der registrierten Fischer in Kiel 843 Personen (Einheimische u. Flüchtlinge). Die nach 1945 in Kiel angelandeten Fischmengen hatten sich im Vergleich zu 1938 im Jahre 1947 mehr als verdreifacht (1,6 Mio.kg Fisch im Jahre 1938; 5,8 Mio. im Jahre 1947) und konnten sich bis 1948 noch einmal verdoppeln (11,9 Mio.kg). So war es nicht verwunderlich das in Kiel, nach dem Beschluss des Landtages vom 20. August 1946 und die Militärverwaltung den Aufbau einer Friedensindustrie und die damit verbundene Umstrukturierung der Kieler Wirtschaft genehmigte, der geplante Aufbau eines Seefischmarktes mit Nachdruck verfolgt wurde.

Im Umfeld der Aktivitäten für den neuen Seefischmarktes wurde in Kiel die Hochseefischerei Kiel GmbH gegründet. Diese Firma erhielt nach schwierigen Verhandlungen mit der britischen Verwaltung im Dezember 1945 die entsprechende Lizenz für den Betrieb von Kuttern und Fischdampfern. Nach weiteren Verhandlungen mit der Militärregierung gelang es einen Vertrag über die Bereederung von 67 Kriegsfischkuttern anzuschließen. Der Bürobetrieb der neuen Reederei wurde in die alte Fischhalle (heute Schifffahrtsmuseum) am Seegarten verlegt.

Nach Gründung der Hochseefischerei Kiel GmbH gründeten weitere Kutterfischer in Kiel die Hochseefischerei C. A. Köllner & Gerhard Pose KG.

Die Auswirkungen des Potsdamer Abkommens

Trotz eines generellen Schiffbauverbotes (bis 1949) wurde 1946 vom Alliierten Kontrollrat zunächst den deutschen Werften der Bau von 100 Fischdampfern (max. 34 Schiffe, max. 400 BRT, max. 12 kn, kohlengefeuerter Dampfantrieb) erlaubt. Der Neubau dieser genehmigten Neubauten verzögerte sich bis nach der Währungsreform. Auf den Bau von 66 weiteren, genehmigten Fischdampfern (max. 350 BRT) verzichtete die deutsche Werftindustrie. Die Größenbeschränkung für den Bau von Fischdampfern wurde dann am 22. November 1949 mit dem Petersberger Abkommen endgültig aufgehoben. Nach der Freigabe des Schiffbaus in Deutschland wurden dann wieder Fischdampfer mit einer Größe von 500 BRT gebaut. Ab 1954 nutzte man dann den Dieselmotor als Hauptantrieb für die Fischdampfer.

Von den 34 Fischdampfern wurden 7 Einheiten der Gemeinwirtschaftliche Hochseefischerei GmbH (GHG), Bremerhaven zugesprochen, wobei einer dieser  Dampfer seinen Fang in Kiel anlandete. Die Kieler Reederei Hochseefischerei C. A. Köllner & Gerhard Pose KG. erhielt drei in Flensburg erbaute Fischdampfer.

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FD Falkenstein (SK 123), FT Kiel (SK 109), FT Lübeck (SK 107) und FT Glückstadt (SK 101) am Seefischmarkt 09/1970

Bildnachweis: Signatur: 47.491 Bestand: 2.3 - Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) Titel: Fischdampfer FALKENSTEIN (SK 123), Fischtrawler KIEL (SK 109), Fischtrawler LÜBECK (SK 107) und Fischtrawler GLÜCKSTADT (SK 101) vor dem Seefischmarkt Datierung: 09.1970 Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987) Nutzungsrechte: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte

Kieler Reedereien und deren Fangflotte nach 1945

Noch vor der Währungsreform wurde die Firma Hochseefischerei C. A. Köllner & Gerhard Pose KG. in die Hochseefischerei Kiel A.G., Kiel umgewandelt. Die drei vom Alliierten Kontrollrat genehmigten in Flensburg gebauten neuen Fischdampfer (400 BRT) der Hochseefischerei Kiel A.G., Kiel (vormals Hochseefischerei C. A. Köllner & Gerhard Pose KG.) landeten ihre Fänge in Kiel an:

·        SO 101 Kiel                     (SO 101/SK 101 Hochseefischerei Kiel GmbH bis 1961)

·        SO 102 Schlutup             (SO 102/SK 102 Hochseefischerei Kiel GmbH bis 1961)

·        SO 103 Eckernförde        (SO 103/SK 103 Hochseefischerei Kiel GmbH bis 1961)

Drei weitere Fischdampfer der Gemeinwirtschaftlichen Hochseefischerei GmbH (GHG), Bremerhaven waren ebenfalls in Kiel registriert und landeten ebenfalls in Kiel ihre Fänge an:

·        SO 104 Josef Bodden

·        SO 109 Neumünster

·        SO 110 Rendsburg

Der mit der Nummer BX 560 in Bremerhaven registrierte US amerikanische Fischdampfer, Ocean, Baujahr 1939, löschte sporadisch bis 1952 seine Ladung am Kieler Seefischmarkt.

Zum Ende des Jahres 1949 bestellte die Hochseefischerei Kiel A.G., Kiel bei den Howaldtswerken Kiel vier weitere Seitenfänger (568 BRT) mit Dampfantrieb.

·        SO 105 Schleswig                          (Hochseefischerei Kiel GmbH bis 1957)

·        SO 106 Flensburg                           (Hochseefischerei Kiel GmbH bis 1962)

·        SO 107 Ellerbek                              (Hochseefischerei Kiel GmbH bis 1956)

·        SO 108 Wellingdorf                        (Hochseefischerei Kiel GmbH bis 1963)

Bereits 1950 waren in KIel insgesamt 11 Fischdampfer registriert. Ab 1951 erhöhte sich die Anzahl der registrierten Fischdampfer dann auf 16 Einheiten.

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FD Flensburg (S0 106 ) im Bootshafen 06/1956

Bildnachweis: Signatur: 40.101 Bestand: 1.1 - Fotosammlung Titel: Fischdampfer FLENSBURG (SO 106) Beschreibung: im Bootshafen. Datierung: 06.1956 Fotograf: Teuchert, Wolfgang Nutzungsrechte: Stadtarchiv Kiel


Neben der Hochseefischerei C. A. Köllner & Gerhard Pose KG. wurde 1951 die Reederei Fischdampferreederei Schlienz-Hagemann gegründet. Schlienz-Hagemann bereederte folgende im Ausland gebaute Fischdampfer:

·        SO 111 Karl Schaller                                      (Hochseefischerei Kiel GmbH, Eider SO 111/SK 111, ab 1954 bis 1964)

·        SO 112 Walter Siemers                                 (Hochseefischerei Kiel GmbH, Schwentine SO 112/SK 112, ab 1954 bis 1965)

·        SO 113 Rolf Hagemann                                 (Hochseefischerei Kiel GmbH, Trave SO 113/SK 113, ab 1954 bis 1962)

·        SO 114 Franz Holm                                        (Hochseefischerei Kiel GmbH, Husum SO 114/SK 114, ab 1954 bis 1963)

·        SO 115 Walther Meissner                             (Hochseefischerei Kiel GmbH, Büsum SO 114/SK 114, ab 1954 bis 1963)

·        SO 116 Prof. Hensen                                      (verkauft 1956)

·        SO 117 Prof. Heincke                                     (verkauft 1953)

·        SO 118 Dr. Henking/Prof. Henking                 (verkauft 1955)

Ab 1953 gerieten sowohl die Hochseefischerei Kiel A.G. sowie die Fischdampferreederei Schlienz-Hagemann finanziell in schwieriges Fahrwasser. Mit Hilfe des Landes Schleswig-Holsteins wurde die bisherige Reedereien Landschaft neu aufgestellt. Das Land gründete als einziger Gesellschafter die Firma Hochseefischerei Kiel GmbH und fasste beide Reedereien in dieser neuen Firma zusammen. Das der Hochseefischerei Kiel A.G. gehörende Eiswerk auf dem neuen Seefischmarkt ging in den Besitz der Kieler Seefischmarkt GmbH über.

Im Dezember 1953 bestellte die Hochseefischerei Kiel GmbH zwei weitere Seitenfänger bei den Kieler Howaldtswerken. Die neuen Einheiten wurden bereits als Fischereimotorschiffe (632 BRT) realisiert. Bereits im Oktober 1954 wurde ein weiterer Auftrag über die Lieferung von drei weiteren Fischereimotorschiffen den Howaldtswerken erteilt. Die beiden ersten Fischereimotorschiffe, Holtenau (Bau Nr. 996) und Laboe (Bau Nr. 997) liefen am 9. Juni 1954 vom Stapel und wurden im Juli/August an die Reederei übergeben. Die folgenden drei Einheiten, Heikendorf (Bau Nr. 1018), Glücksburg (Bau Nr. 1019 und Falkenstein (Bau Nr. 1020) liefen bereits alle am 25. Mai 1955 vom Stapel und im Juli/August an die Reederei übergeben.

Der Bauvertrag für die Bau Nr. 1020 (Falkenstein) übertrug die Hochseefischerei Kiel GmbH den Bauvertrag an die Atlantische Hochseefischerei Hamburg. Somit wurde die Falkenstein dann auch entsprechend an die Hamburger Reederei abgeliefert. Nachdem ab 1963 die Falkenstein von der Hochseefischerei Kiel GmbH bereedert wurde, übertrug 1965 die Atlantische Hochseefischerei Hamburg das Fischereimotorschiff an die Kieler Reederei.

·        SK 119 Holtenau (Bau Nr. 996)                      (Hochseefischerei Kiel GmbH, ab 1954 bis 1971)

·        SO 120/SK 120 Laboe (Bau Nr. 997)              (Hochseefischerei Kiel GmbH, ab 1954 bis 1971)

·        SO 121/SK 121 Heikendorf (Bau Nr. 1018)    (Hochseefischerei Kiel GmbH, ab 1955 bis 1971)

·        SO 122/SK 122 Glücksburg (Bau Nr. 1019)    (Hochseefischerei Kiel GmbH, ab 1954 bis 1971)

·        SK 123/SO 118 Falkenstein (Bau Nr. 1020) (Atlantische Hochseefischerei GmbH, Hmbg, KR: Koch, ab 1955 bis 1959, Heimathafen Hamburg)

(Atlantische Hochseefischerei GmbH, Hmbg, KR: Koch, ab 1959 bis 1963, Heimathafen Kiel)

(Atlantische Hochseefischerei GmbH, Hmbg, KR: HF Kiel GmbH, ab 1963 bis 1965, Heimathafen Kiel)

(Hochseefischerei Kiel GmbH, ab 1965 bis 1970, Heimathafen Kiel)


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FD Falkenstein (SK 123 ) und andere Fischtrawler am Seefischmarkt 09/1970

Bildnachweis: Signatur: 47.491 Bestand: 2.3 - Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) Titel: Fischdampfer FALKENSTEIN (SK 123), Fischtrawler KIEL (SK 109), Fischtrawler LÜBECK (SK 107) und Fischtrawler GLÜCKSTADT (SK 101) vor dem Seefischmarkt Datierung: 09.1970 Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987) Nutzungsrechte: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte

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NOK Holtenauer Schleuse das Fischereimotorschiff HOLTENAU (SO 119) beim Einfahren in Holtenauer Schleuse. Datierung: 01.1964

Bildnachweis: Signatur: 32.217 Bestand: 2.3 - Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) Titel: Personenfähre WIK Beschreibung: auf dem Nord-Ostsee-Kanal zwischen Holtenau und Wik. Im Hintergrund der Fischdampfer HOLTENAU (SO 119) beim Einfahren in Holtenauer Schleuse. Datierung: 01.1964 Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987) Nutzungsrechte: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte


Diese Fischereimotorschiffe waren aber auch die letzten Seitenfänger, die die Hochseefischerei Kiel GmbH bei einer Werft beauftragte.

Heckfänger

Ab Mitte der fünfziger Jahre wurde zunächst in England den sog. Heckfänger entwickelt. Dieser konnte sein Fanggeschirr über das Heck aussetzen und auch wieder einholen. Weiterhin setzte auch langsam eine Umstellung vom Frischfischfang hin zu einer direkten Fangverarbeitung und Tiefkühlung des gefangenen Fisches an Bord ein.

Obwohl in Kiel für die Sowjetunion bereits 24 Verarbeitungsschiffe (Heckfänger) bei den Kieler Howaldtswerken gebaut wurden, war es für den deutschen Markt lediglich die Rickmers Werft GmbH, Bremerhaven die 1957/1958 zusammen mit drei in Bremerhaven ansässigen Reedereien die ersten drei deutschen Heckfänger entwickelte.

Auch die Hochseefischerei Kiel GmbH konnte sich diesem Trend nicht entziehen und bestellte bei der Flender Werft AG, Lübeck vier neue Heckfänger (920 BRT), die vier alte Fischdampfer (Seitenfänger) ablösten. Alle vier Schiffe waren aber unterschiedlich ausgerüstet. Man ging bei Bestellung davon aus, dass sich die Nachfrage nach Tiefkühlware noch vergrößern wird. Daher wurde eine spätere Nachrüstung von Verarbeitungsanlagen und Gefrieranlagen bei der Konstruktion bereits berücksichtigt.

·        SK 104 Holstein                              (Hochseefischerei Kiel GmbH 1960 bis 1971)

·        SK 105 Schleswig                           (Hochseefischerei Kiel GmbH 1961 bis 1971)

·        SK 107 Lübeck                                 (Hochseefischerei Kiel GmbH 1961 bis 1971)

·        SK 109 Kiel                                      (Hochseefischerei Kiel GmbH 1961 bis 1971)

Da diese Neubauten als Teilfroster ausgelegt waren, konnte man die Dauer der Fangreisen ausdehnen.

Da aber immer noch eine große Nachfrage nach Frischfisch bestand bestellte die Hochseefischerei Kiel GmbH als Ergänzung zu den Teilfrostern nochmals vier Frischfisch-Heckfänger (2x 690 BRT und 2x 920 BRT) bei Flender in Lübeck. Die Heckfänger wurden zwischen 1963 und 1965 in Dienst gestellt.

·        SK 124 Flensburg                           (Hochseefischerei Kiel GmbH 1963 bis 1971)

·        SK 125 Eckernförde                        (Hochseefischerei Kiel GmbH 1963 bis 1971)

·        SK 101 Glückstadt                          (Hochseefischerei Kiel GmbH 1964 bis 1971)

·        SK 102 Husum                                 (Hochseefischerei Kiel GmbH 1965 bis 1971)

Mit diesen vier Neubauten konnte die Versorgung des Kieler Seefischmarktes mit frischem Fisch abgesichert werden.

Als letzten Neubau stellte die Hochseefischerei Kiel GmbH im Dezember 1965 den Heckfänger (1786 BRT) Fehmarn in Dienst. Die Fehmarn, ebenfalls in Lübeck gebaut, war ein Vollfroster und zugleich das größte Schiff der Reederei

·        SK 103 Fehmarn                             (Hochseefischerei Kiel GmbH 1965 bis 1971)

1970 als Folge, der 68er Wirtschaftskrise musste, auch die Hochseefischerei Kiel GmbH ihre Tätigkeit einstellen. Die Hochseefischerei Kiel GmbH war an der Kiel-Frost GmbH & Co KG finanziell beteiligt. Kiel-Frost geriet in eine finanzielle Notlage und wurde an die Nordsee, Deutsche Hochseefischerei GmbH verkauft. Der Betrieb einer Fischereiflotte wurde unrentabel und im März 1971 wurde dann die gesamte Flotte der Hochseefischerei Kiel GmbH an die Nordsee verchartert. Von den vorhandenen vierzehn Schiffen wurden zunächst fünf abgewrackt. Die vier Teilfroster wurden wieder zu Frischfischfängern umgebaut. Die Fischanlandungen in Kiel, Fische kamen per LKW aus Cuxhaven, gingen ständig zurück. Daher wurde 1979 der Lösch- und Auktionsbetrieb auf dem Kieler Seefischmarkt eingestellt.

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FT Lübeck (SK 107 ) am Seefischmarkt 05/1964

Bildnachweis: Signatur: 32.823 Bestand: 2.3 - Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) Titel: Fischtrawler LÜBECK (SK 107) Beschreibung: am Kai vor dem Seefischmarkt in der Schwentinemündung. Datierung: 05.1964 Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987) Nutzungsrechte: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte


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Fischtrawler Holstein (SK 104) am Seefischmarkt 01/1961

Bildnachweis: Signatur: 24.582 Bestand: 2.3 - Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) Titel: Fischtrawler HOLSTEIN (SK 104) Beschreibung: am Seefischmarkt. Datierung: 01.1961 Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987) Nutzungsrechte: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte

In Kiel registrierte Seitenfänger nach 1945

Nachfolgend aufgelisteten Fischdampfer/Fischereimotorschiffe wurden nach 1945 in Kiel registriert.

Fischerei-Nr.*** Name Register Kiel Eigner BRT Bauwerft Bau Nr.
bis 1950 FD ab 1. Eigner
ab 1948 bis 2. Eigner
SO 101 Kiel 1949 C.A. Koellner & Gerhard Pose KG, Kiel 396 Flensburger Schiffbaugesellschaft 514
SK 101 1961 Hochseefischerei Kiel
SO 102 Schlutup 1949 C.A. Koellner & Gerhard Pose KG, Kiel 392 Flensburger Schiffbaugesellschaft 515
SK 102 1961 Hochseefischerei Kiel
SO 103 Eckernförde 1949 C.A. Koellner & Gerhard Pose KG, Kiel 392 Flensburger Schiffbaugesellschaft 516
SK 103 1962 Hochseefischerei Kiel
SO 104 Josef Bodden 1949 Gemeinwirtschaftliche Hochseefischerei GmbH (GHG), Bremerhaven 392 Flensburger Schiffbaugesellschaft 517
SK 117 1962
SO 105 Schleswig 1950 Hochseefischerei Kiel 570 Kieler Howaldtswerke 915
1956
SO 106 Flensburg 1950 Hochseefischerei Kiel 568 Kieler Howaldtswerke 916
SK 106 1962
SO 107 Ellerbek 1950 Hochseefischerei Kiel 568 Kieler Howaldtswerke 934
1956
SO 108 Wellingdorf 1950 Hochseefischerei Kiel 568 Kieler Howaldtswerke 935
SK 108 1963
SO 109 Neumünster 1950 Gemeinwirtschaftliche Hochseefischerei GmbH (GHG), Bremerhaven 550 Flender Lübeck 410
SK 116 1968
SO 110 Rendsburg 1950 Gemeinwirtschaftliche Hochseefischerei GmbH (GHG), Bremerhaven 516 Flender Lübeck 411
SK 110 1968
SO 111 Karl Schaller 1951 Schlienz & Hagemann Kiel 520 De Schelde, Vlissingen 229
SK 111 Eider

(ab 1954)

1962 Hochseefischerei Kiel
SO 112 Walter Siemers 1951 Schlienz & Hagemann Kiel 520 De Schelde, Vlissingen 228
SK 112 Schwentine

(ab 1954)

1965 Hochseefischerei Kiel
SO 113 Rolf Hagemann 1951 Schlienz & Hagemann Kiel 520 De Schelde, Vlissingen 230
SK 113 Trave

(ab 1954)

1962 Hochseefischerei Kiel
SO 114 Franz Holm 1951 Schlienz & Hagemann Kiel 520 Crighton & Co., Oostende 92
SK 114 Husum

(ab 1954)

1963 Hochseefischerei Kiel
SO 115 Walther Meissner 1951 Schlienz & Hagemann Kiel 520 Crighton & Co., Oostende 91
SK 115 Büsum

(ab 1954)

1963 Hochseefischerei Kiel
SO 116 Prof. Hensen 1952 Schlienz & Hagemann Kiel 454 Alexander Hall, Aberdeen 206
1956
SO 117 Prof. Heincke 1952 Schlienz & Hagemann Kiel 462 Welton & Gemmell , Beverly
1953
SO 118 Dr. Henking

(ab 1952)

1952 Schlienz & Hagemann Kiel 464 Welton & Gemmell , Beverly
Prof. Henking

(ab 1952)

1955
SK 119 Holtenau 1954 Hochseefischerei  Kiel 632 Howaldtswerke Kiel 996
1971
SO 120 Laboe 1954 Hochseefischerei Kiel 635 Howaldtswerke Kiel 997
SK 120 1971
SO 121 Heikendorf 1955 Hochseefischerei Kiel 650 Howaldtswerke Kiel 1018
SK 121 1972
SO 122 Glücksburg 1955 Hochseefischerei Kiel 650 Howaldtswerke Kiel 1019
SK 122 1972
SO 118 Falkenstein 1955 Hochseefischerei Kiel 651 Howaldtswerke Kiel 1020
SK 123 1970


*** Die in Kiel registrierten Fischdampfer/Fischereimotorschiffe Unterscheidungsbuchstaben bis 1955 SO, ab 1948 SK

In Kiel ab 1960 registrierte Heckfänger

Die nachfolgend aufgelisteten Heckfänger wurden ab 1960 in Kiel registriert.

Fischereinummer

bei

Indienststellung

Name Heimathafen Kiel Eigner BRT Bauwerft Bau

Nr.

ab 1. Eigner
bis 2. Eigner
SK 104 HF Holstein 1960 Hochseefischerei Kiel 915 Flender Werft AG

Lübeck

524
1971
SK 105 HF Schleswig 1961 Hochseefischerei Kiel 916 Flender Werft AG

Lübeck

525
1971
SK 107 HF Lübeck 1961 Hochseefischerei Kiel 916 Flender Werft AG

Lübeck

526
1971
SK 109 HF Kiel 1961 Hochseefischerei Kiel 918 Werft Nobiskrug GmbH

Rendsburg

621
1971
SK 124 HF Flensburg 1963 Hochseefischerei Kiel 691 Flender Werft AG

Lübeck

539
1971
SK 125 HF Eckernförde 1963 Hochseefischerei Kiel 691 Flender Werft AG

Lübeck

540
1971
SK 101 HF Glückstadt 1964 Hochseefischerei Kiel 923 Flender Werft AG

Lübeck

545
1971
SK 102 HF Husum 1965 Hochseefischerei Kiel 923 Flender Werft AG

Lübeck

545
1971
SK 103 HF Fehmarn 1965 Hochseefischerei Kiel 1786 Flender Werft AG

Lübeck

556
1971

Literaturverzeichnis

Bock, B. (1969). Kiel, Geschichte seines Hafens. Kiel: Nautischer Verein zu Kiel von 1869 e.V.

Boie, C. (1993). Schiffbau in Deutschland 1945-52, die verbotene Industrie. Bad Segeberg u. Cuxhaven: Verlag Gert Uwe Detlefsen.

Briel, J. H. (2009 -2012). Handel und Wandel an der Kieler Schiffbrücke. Kiel: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 85, Heft 6, Seite 273ff.

Geckeler, C. (27. September 2008). Kieler Erinnerungstage 27. September 1947 - Eröffnung des Kieler Seefischmarktes an der Schwentinemündung. Kiel.

Grieser, H. (1979). Reichsbesitz, Entmilitarisierung und Friedensindustrie in Kiel nach dem Zweiten Weltkrieg. Kiel: Sonderveröffentlichung Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte Hrsg. Jürgen Jensen Band 11.

Hans-Peter Schlünz, U. C. (Juni 1998). 1948-1998, 50 Jahre Kieler Seefischmarkt. Kiel: Schmidt & Klaunig, Kiel.

Radunz, K. (1960). Der Kieler Hafen. Kiel: Walter G. Mühlau. Kiel.

Spiering, D. (2000). Die Heckfänger der Großen Hochseefischerei 1957-1999. Hamburg/Berlin: Elbe-Spree-Verlag. Walter, W. (1999). Deutsche Fischdampfer. (U. Dr. Schnall, Hrsg.) Bremerhaven und Hamburg: Deutsches Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven und Carlsen Verlag GmbH / DIE Hanse Hamburg

Quellen

Jutta Briel der Seefischmarkt – Marine Wirtschaft im Wandel Sonderveröffentlichung der GKStG Band 38, Seite 93-102

www.ostseerouten.uni-kiel, Der Kieler Seefischmarkt


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Luftaufnahme Schwentinemündung mit Seefischmarkt (links) 07/1967

Bildnachweis: Signatur: 41.710 Bestand: 2.3 - Bildnachlass Friedrich Magnussen (1914-1987) Titel: Luftaufnahme Schwentinemündung Beschreibung: Blick vom Wehdenweg über die Schwentinebrücke im Bau und die Schönberger Straße in die Schwentinemündung mit Seefischmarkt (links) und Holsatiamühle (rechts Mitte). Datierung: 07.1967

Fotograf: Magnussen, Friedrich (1914-1987) Nutzungsrechte: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte