Ellerbek: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 10. Oktober 2021, 13:52 Uhr

Ellerbek

Fläche
234 ha[1]
Einwohner
6363[1]
Einwohnerdichte
27,2 Einwohner pro ha[1]
Eingemeindet
1910
Postleitzahlen
24148
Karte von Kiel. Markiert ist der Stadtteil Ellerbek


Ellerbek ist ein Stadtteil der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel. Das ehemalige Dorf Ellerbek wurde am 1. April 1910 nach Kiel eingemeindet.

Geschichte[Bearbeiten]

Ellerbek war ursprünglich ein Fischerdorf, das bereits in den 1300er-Jahren erwähnt wurde. Es war allerdings schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, denn es ist ein Fundplatz der jungsteinzeitlichen Ertebølle-Ellerbek-Kultur (fünftes vorchristliches Jahrtausend).

Sein Name leitet sich von Ellerebeke (= Erlenbach) ab. Dabei handelt es sich um den Tröndelbach, der vom Tröndelsee kommend durch den Stadtrat-Hahn-Park und den Schwanenseepark der Kieler Förde zufließt, heute allerdings im Bereich des Marinearsenals, also zwischen der Werftstraße und der Förde, verrohrt ist.

Als Fischerdorf versorgte Ellerbek in vergangenen Jahrhunderten die Stadt Kiel mit Fisch. Der Fischerleger am Schuhmachertor war damals der Anlandeplatz für den Ellerbeker Fisch. Mit Eckernförde streitet sich Ellerbek um den Ruhm, die Kieler Sprotte erfunden zu haben; um 1900 gab es in Ellerbek 34 Räuchereien.

Gedenkstein an die Umsiedlung in der Straße De Strand an der Schwentinemündung

Der Aufstieg Kiels zum Reichskriegshafen und damit verbunden der Ausbau der Werftindustrie auf dem Ostufer hatte auf die dortigen Dörfer Gaarden, Ellerbek, Wellingdorf, Neumühlen und Dietrichsdorf auch schon Jahrzehnte vor ihren Eingemeindungen beträchtliche Umwälzungen zur Folge. Der Platzbedarf der Werften führte dazu, dass Ellerbek in vier Abschnitten, 1868, 1869, 1874 und zuletzt 1904, der Werft weichen musste. 1904 verschwanden damit die letzen Häuser des Dorfes, das sich urprünglich langgestreckt am Fördeufer zwischen den Gemarkungsgrenzen von Gaarden und Wellingdorf aufgereiht hatte.

1904 wurden die letzten Fischerfamilien an die Wellingdorfer Seite der Schwentinemündung umgesiedelt. Ein einzelnes Fachwerkhaus wurde in den Werftpark umgesetzt und dort 1905 als Freilichtmuseum eingeweiht. Es überdauerte aber den Zweiten Weltkrieg nicht. Von der Umsiedlung zeugt heute ein Gedenkstein in der Wellingdorfer Straße De Strand, aber auch der Name dieser Straße. Dann das alte Fischerdorf Ellerbek besaß keinen Hafen; die Boote wurden dort einfach auf den Strand gezogen. Nach der Umsiedlung gab es am neuen Standort zwar eine Mole, sie wurde aber weiterhin als "de Strand" bezeichnet.

Öffentliche Spielflächen[Bearbeiten]

Bushaltestelle[Bearbeiten]

Sagen[Bearbeiten]

In den Sagensammlung von Karl Müllenhoff findet sich:

Die Hexe als Hase:

In Ellerbek "... wohnt noch jetzt eine steinalte Frau. Bei der wollten niemals Dienstleute bleiben. Denn wenn sie auf dem Felde waren, so wußte die Alte immer, was sie getan und was sie gesprochen hatten; denn sie war immer bei ihnen. Bald war sie eine Ente und schwamm auf dem Wasser. Dann mochten die Knechte und Dirnen noch soviel mit Steinen nach ihr werfen, so tauchte sie nur unter und kam gleich wieder hervor. Bald war sie ein Hase und lief durch das Korn, wenn gemäht ward, und sie blieb immer unversehrt, wenn die Knechte auch noch soviel nach ihr schossen. Als sie einmal wieder zum Mähen gingen, hatte ein Knecht sich mit einem geerbten silbernen Knopf versehen, den er in seine Flinte lud, und damit schoß er. Abends als sie nach Hause kamen, hatte die Frau ein Loch im Arm, das nimmer zuheilen kann. Mit Erbsilber kann man alles treffen, was mit Zauberei festgemacht ist. Es können freilich auch Flinten und Büchsen behext sein; denn es gibt Leute, die die Kugeln vorbei leiten können. Das beste Mittel dagegen ist, wenn man eine Schlange lebendig in das Gewehr ladet und herausschießt. Dann weicht der Zauber. – Erbsilber ist sonst noch zu vielen Dingen nütz. Schabt man ein wenig ab und gibt das einem Kranken, so weichen die Anfälle. Wenn einer einen geerbten silbernen Ohrring hat und trägt, weichen die heftigsten Zahnschmerzen."[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. 1,0 1,1 1,2 Kiel Statistischer Bericht Nr. 267: Kieler Zahlen 2018, herausgegeben von der Landeshauptstadt Kiel, Bürger- und Ordnungsamt, Abteilung Statistik. Die Statistischen Jahrbücher (ab 2000) sind als PDF-Dateien abrufbar auf der Seite www.kiel.de.
  2. Karl Müllenhoff: Sagen, Märchen und Lieder der Herzogthümer Schleswig, Holstein und Lauenburg. Kiel 1845, 2, Buch, S. 246 auf zeno.org