Küstenkraftwerk: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 13. Februar 2020, 23:54 Uhr

Küstenkraftwerk der Stadtwerke Kiel

Aktiv
ja
Gegründet
ab 2007 (Planungsphase)
Adresse
Hasselfelde 30
24149 Kiel
Stadtteil
Neumühlen-Dietrichsdorf
Web
www.küstenkraftwerk.de

Das Küstenkraftwerk ist ein Heizkraftwerk der Stadtwerke Kiel, das von 2015 bis 2019 schrittweise in Betrieb ging. Die offizielle Inbetriebnahme wurde am 16. Januar 2020 gefeiert.

Ausstattung

Das Kraftwerk besitzt drei Hauptkomponenten:

  • 20 Erdgasmotoren für die Stromerzeugung (190 MW) und die Wärmeerzeugung (192 MW),
  • einen Elektrodenkessel zur weiteren Wärmeerzeugung aus Strom-Übermengen oder bei besonderen Winter-Wetterlagen,
  • einen Warmwasserspeicher mit 30 000 m³ Fassungsvermögen.

Das Küstenkraftwerk löst das Gemeinschaftskraftwerk Kiel ab, das nach 49-jähriger Betriebsdauer am 31. März 2019 vom Netz ging.

Kontroverse um die Klimafreundlichkeit

Im Februar 2020 entspann sich eine Kontroverse um die von den Stadtwerken angeführte um 70 % geringere CO2-Emission gegenüber dem kohlebetriebenen Vorgängerkraftwerk.

Dazu wurde seitens des Umweltbundesamtes angeführt, dass die Gasmotoren aus technischen Gründen einen Teil des Brennstoffs unverbrannt in die Atmosphäre ausstoßen. Hauptbestandteil des Erdgases ist aber Methan (CH4), welches 25 bis 28 Mal klimaschädlicher als CO2 sei. Dieser sogenannte "Methan-Schlupf" wirke so, als wenn das Kraftwerk 15 % mehr CO2 erzeugte, als bei der Verbrennung entsteht.

Von anderer Stelle wurde darauf verwiesen, dass auch bei der Förderung und dem Transport des Erdgases eine nicht unerhebliche Menge entweicht.

Die Stadtwerke hielten dagegen, dass es zwar keinen vorgeschriebenen Grenzwert für die Methan-Emission des Kraftwerks gebe. Sie sei bei der Planung des Kraftwerks allerdings berücksichtigt worden. Wenn man den Methan-Schlupf mit einrechne, verringere das den Vorteil des Küstenkraftwerks gegenüber der Vorgängeranlage lediglich von 73 auf 69 %.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bericht zur Methan-Schlupf-Kontroverse in den Kieler Nachrichten vom 13. Febr. 2020 (Druckausgabe, S. 1 und 7, Kommentar S. 2); keine Verlinkung, da nur kostenpflichtig lesbar