Schützenwall

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Schützenwall wurde, damals noch als Am Schützenwall, von den städtischen Collegien am 19. März 1875, gleichzeitig mit dem Namen der Deliusstraße festgelegt. Er bezieht sich auf die Schießstände der Großen Grünen Schützengilde, die sich früher dort befanden.

Bei seiner Benennung verband der Schützenwall lediglich die Deliusstraße mit der Ringstraße. 1895 wurde der Straßenname durch Wegfall des ersten Wortes in Schützenwall verkürzt. Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts erfolgte zunächst ein weiterer Ausbau bis zur Harmsstraße und anschließend bis zur Calvinstraße. Erst 1967 geschah die weitere Verlängerung bis zum Westring und am 16. Oktober 1969 beschloss die Ratsversammlung, auch die neu gebaute Verlängerung der Straße bis zum Exerzierplatz in den Schützenwall einzubeziehen.[1]

Kleingärten[Bearbeiten]

Schon vor der Anlegung der Straße, nämlich seit den frühen 1830er-Jahren, wurden auf Veranlassung des dänischen Königs Friedrichs VI. am späteren Schützenwall durch die Gesellschaft freiwilliger Armenfreunde sogenannte "Armengärten" angelegt, die der Selbstversorgung der stark anwachsendsen Bevölkerung dienten. Die dadurch auf dem Prüner Schlag entstehenden Parzellen waren die Keimzelle des Kieler Kleingartengürtels. Er umschloss rund 100 Jahre später die Stadt vor allem im Westen ringförmig und war bis 1923 auf 33 000 Parzellen angewachsen. Erst seit den 1860er-Jahren breitete sich von Leipzig aus die Schrebergartenbewegung in Deutschland aus, die auf anderen Grundlagen als die Armengärten beruht. Der Kleingartengürtel ist von den 1970er-Jahren bis heute zu großen Teilen ein Opfer des Straßenbaus (A 215, Olof-Palme-Damm) sowie von Gewerbeansiedlungen (IKEA und künftig Möbel Kraft) geworden.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kiel „Schützenwall“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-G. Hilscher: Kieler Straßenlexikon. Fortgeführt seit 2005 durch Dietrich Bleihöfer, Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation der Landeshauptstadt Kiel, Stand: August 2018. Abrufbar auf www.kiel.de oder als .pdf-Datei, ca. 1,5 MB