Kunsthalle zu Kiel

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Die Kunsthalle, 2015

Die Kunsthalle zu Kiel ist ein Kunstmuseum und mit rund 2.000 m² Ausstellungsfläche das größte Museum der Landeshauptstadt. Die Kunsthalle liegt nördlich der Innenstadt am Düsternbrooker Weg, nahe dem Schloßgarten und der Kieler Förde.[1]

Ebenfalls in dem Gebäude untergebracht ist die Antikensammlung.

Erste Kunsthalle 1857-1887[Bearbeiten]

Die erste Kieler Kunsthalle stand für 30 Jahre in der Dänischen Straße auf dem Schlossgelände unterhalb des Rantzaubaus. Sie war 1857 durch die Umsetzung eines Zollgebäudes entstanden, das vorher am Wall gestanden hatte. Als das Schloss als Residenz für Prinz Heinrich bestimmt wurde und dafür renoviert werden musste, wurde dem Kieler Kunstverein die Nutzung der Fläche gekündigt und die Kunsthalle musste abgebrochen werden. Die letzte Ausstellung fand dort im Juni 1887 statt.[2]

Heutiges Gebäude[Bearbeiten]

Für den Bau eines Kunstmuseums erhielt 1903 die Christian-Albrechts-Universität aus dem Vermächtnis von Lotte Hegewisch (* 17. April 1822 in Kiel; † 3. Dezember 1903 ebenda[3] ) das Grundstück Klein Elmelo. Hier wurde das Gebäude des Museums nach Plänen des Architekten Georg Lohr von 1908 bis 1909 erbaut. Seine Fassade aus Muschelkalk zeigt sich dem Neobarock und dem Jugendstil verpflichtet. Nach der Beseitung der Kriegsschäden konnte für die Kunsthalle am 28. Februar 1957 zum zweiten Mal Richtfest gefeiert werden.

Vor dem Eingangsportal stehen zwei Wisent-Skulpturen des Tierbildhauers August Gaul (1869-1921). Die Wisente aus Sandstein wurden 1910 und 1913 geschaffen und waren gewissermaßen ein Nebenprodukt der Arbeiten des Künstlers für seine Großplastik "Kämpfende Wisente" in Königsberg (heute Kaliningrad). Der Künstler hatte dem damaligen Direktor der Kunsthalle das Motiv vorgeschlagen, weil "im Haus drinnen ... die Kultur [ist] und draußen vor dem Haus ..., was - vor unserer Kultur war."[4]

Zusätzlich besitzt die Kunsthalle einen Vortragssaal, ein kleines Café und einen Skulpturengarten.

Das Gebäude ist eingetragen in die Liste der Kulturdenkmale in Kiel-Düsternbrook.[5]

Ausstellung[Bearbeiten]

In der Ausstellung wird eine ständige Sammlung von Kunst von der Dürerzeit bis zur Gegenwart präsentiert. Vertreten sind Werke u.a. von Repin, Nolde und Richter; zusätzlich gibt es thematische und monographische Sonderausstellungen.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Karte „Kunsthalle zu Kiel“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de

 Commons: Kunsthalle Kiel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Museen am Meer, gemeinsamer Internetauftritt der Museen der Stadt Kiel

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Weitere Informationen zum Thema „Kunsthalle zu Kiel“ in der deutschsprachigen Wikipedia
  2. "Kieler Erinnerungstage" bei www.kiel.de zur ersten Kieler Kunsthalle, gelesen am 25. August 2018
  3. Weitere Informationen zum Thema „Lotte Hegewisch“ in der deutschsprachigen Wikipedia
  4. Rönnau, Jens: Open Air Galerie Kiel, Neumünster (Wachholtz) 2011, ISBN 978-3-529-05433-4, S. 53
  5. Flag of Schleswig-Holstein.svg Liste der Kulturdenkmale in Kiel, als PDF-Datei abrufbar beim Landesamt für Denkmalpflege auf schleswig-holstein.de
  6. Acht Kieler Museen laden ein, Infoflyer (PDF) auf museen-am-meer.de, abgerufen 11.12.2016