Holstenbrücke

Holstenbrücke

Ort
Kiel
PLZ
24103
Stadtteil
Altstadt, Vorstadt
Angelegt
1848
Anschlussstraßen
Martensdamm
Querstraßen
Kehdenstraße, Rathausstraße, Willestraße, Holstenstraße, Andreas-Gayk-Straße, Wall, Kaistraße
Nutzung
Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Holstenbrücke; im Hintergrund links der Berliner Platz

Die Holstenbrücke ist eine der Hauptverkehrsstraßen in der Kieler Innenstadt. Sie läuft von der Ecke Martensdamm/Kehdenstraße zum Berliner Platz und weiter an der Südwestseite des Bootshafens entlang bis zur Kaistraße. Während der südöstliche Straßenabschnitt (Berliner Platz - Kaistraße) für den Fahrzeugverkehr gesperrt ist, fließt durch den Abschnitt Berliner-Platz - Martensdamm der Hauptverkehrsstrom von der Andreas-Gayk-Straße zur Berg- und Holtenauer Straße.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf dem heutigen Übergang der Holstenstraße über die Holstenbrücke stand früher als Haupteingangstor zur Stadt die Holstenbrücke. Diese Brücke überspannte die damals offene Wasserverbindung von der Kieler Förde über den Bootshafen in den Kleinen Kiel.

Ursprünglich stand an der Brücke das aus zwei Bauwerken bestehende Holstentor. Das innere Tor am damaligen Südende der Holstenstraße war 1444 errichtet worden. Es war ein dreistöckiger mit Treppengiebeln verzierter Bau mit Wohnung für Ratsdiener und Stadtmusikanten. Das kleinere äußere Tor wurde 1556 für 1000 Mark ergänzt. Das Holstentor wurde 1783 abgerissen und durch eine eiserne Pforte ersetzt. Die Torsperre wurde 1831 aufgehoben. Als Holstenbrücke fand die Brücke erstmals im Kieler Stadt- und Adreßbuch von 1848 Erwähnung.

1871/72 entstand zunächst durch Aufschüttung am altstadtseitigen Ufer ein Verbindungsweg zwischen der Holstenstraße und der Kehdenbrücke. Dieser Weg wurde durch Beschluss der Städtischen Collegien vom 2. August 1872 Brückensteig genannt.

1903/1904 wurde die Wasserverbindung verrohrt und zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel vollständig zugeschüttet. Mit Beschluss der Städtischen Collegien vom 9. Februar 1904 wurde der Brückensteig mitsamt seiner neu entstandenen Verlängerung bis zum Eisenbahndamm (heute Kaistraße) in Holstenbrücke umbenannt. Damit war der Name der ehemaligen Brücke über das Gewässer auf die Straße übergegangen, die das nicht mehr vorhandene Gewässer überbaute.

Am 2. Juni 1955 benannte die Ratsversammlung schließlich das Mittelstück der Holstenbrücke, das zwischenzeitlich Runder Platz geheißen hatte, in Berliner Platz um.[1]

Ausblick[Bearbeiten]

Nach einer mehrjährigen Konzept- und Planungsphase wird von 2017 bis 2019 die Holstenbrücke als Durchgangsstraße in der derzeitigen Form verschwinden. Das unter dem Namen Holsten-Fleet betriebene Projekt sieht neben der Wiederherstellung der offenen Wasserverbindung zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel auch Ruhezonen für Passanten und Fahrspuren für den öffentlichen Personennahverkehr vor.

Im Zuge dieses Umbaus wurde die Holstenbrücke am 3. September 2017 dauerhaft für den Auto- und Motorradverkehr gesperrt; der Busverkehr wird seitdem umgeleitet.

Unternehmen[Bearbeiten]

Historische Unternehmen[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kiel „Holstenbrücke“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de

Quellen[Bearbeiten]

  1. Hans-G. Hilscher: Kieler Straßenlexikon. Fortgeführt seit 2005 durch Dietrich Bleihöfer, Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation der Landeshauptstadt Kiel, Stand: August 2018. Abrufbar auf www.kiel.de oder als .pdf-Datei, ca. 1,5 MB