Graf-Luckner-Straße

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Graf-Luckner-Straße wurde am 19. September 1974 von der Kieler Ratsversammlung festgelegt.[1]

Er erinnert an den Seeoffizier Felix Nikolaus Alexander Georg Graf von Luckner (* 9. Juni 1881 in Dresden; † 13. April 1966 in Malmö), der im Ersten Weltkrieg Kommandant des Hilfskreuzers SMS Seeadler war. Seine Bereitschaft zu gewagten Unternehmungen auf See brachte ihm den Beinamen „Seeteufel“ ein.[2]

Luckners 1920 erschienenes, gleichnamiges Jugendbuch beschreibt die Geschichte seiner Kaperfahrt mit dem Hilfskreuzer Seeadler, um im Atlantik und im Pazifik gegnerische Handelsschiffe aufzubringen, die Besatzungen gefangen zu nehmen und die Schiffe mitsamt der Ladung zu versenken. Außerdem beschreibt es die Kriegsgefangenschaft in Neuseeland sowie die nachfolgende abenteuerliche Flucht mit der Besatzung des Seeadlers[Anm. 1] über mehrere tausend Seemeilen im offenen Boot, die bis heute als seemännische Meisterleistung gilt. Das Buch war in der Weimarer Republik und im Dritten Reich ein Bestseller und trotz seiner chauvinistisch-nationalen Diktion bis in die späten 1980er-Jahre im Ausleihbestand der Kieler Jugendbücherei.

Bis in die 1960er Jahre war Luckner regelmäßiger Gast der Kieler Woche und wurde bei dieser Gelegenheit noch als rund 80-Jähriger regelmäßig genötigt, seine Fähigkeit zu demonstrieren, Telefonbücher mit bloßen Händen zu zerreißen.

An der Kiellinie (damals Hindenburgufer) wurde gegenüber vom Carl-Loewe-Weg 1973 zu Ehren von Luckner die windkinetische Plastik Windspiel, auch Graf-Luckner-Zeichen, des Hamburger Künstlers Ulrich Beier installiert.[3]

Anmerkung[Bearbeiten]

  1. Luckner benutzt für das Schiff stets die männliche Form. Dass Schiffe im Deutschen immer weiblich sind, ist keine zwingende Regel.

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kiel „Graf-Luckner-Straße“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-G. Hilscher: Kieler Straßenlexikon. Fortgeführt seit 2005 durch Dietrich Bleihöfer, Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation der Landeshauptstadt Kiel, Stand: August 2018. Abrufbar auf www.kiel.de oder als .pdf-Datei, ca. 1,5 MB
  2. Weitere Informationen zum Thema „Felix Graf von Luckner“ in der deutschsprachigen Wikipedia
  3. Jens Rönnau: Open Air Galerie Kiel - Kunst und Denkmäler, Neumünster (Wachholtz), 2011, ISBN 987-3-529-05-05433-4; dort Nr. 174, S. 220