Exerzierplatz

Siehe auch zum gleichnamigen Stadtteil Exerzierplatz (Stadtteil) und Exerzierplatz (Begriffsklärung).

Exerzierplatz ist sowohl der Name des rechteckigen Platzes zwischen dem Knooper Weg und der Ostseehalle als auch der vier den Platz einschließenden Straßenabschnitte.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Exerzierplatz, in der Kieler Öffentlichkeit kurz Exer genannt, wurde 1744 angelegt und diente der damaligen Kieler Garnison für Zwecke der militärischen Ausbildung. Diese Funktion behielt er bis 1846. Der militärische Verwendungszweck blieb dem Platz bis zum heutigen Tage als Name erhalten.

Er ist erstmals in der Klesselschen Karte von 1793 verzeichnet. 1835 wird die Bezeichnung im Kieler Adreßbuch aufgeführt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte die städtische Bebauung den ursprünglich vor der Stadt liegenden Platz und wuchs um ihn herum.

Als am Anfang des 20. Jahrhunderts die Randbebauung im Wesentlichen abgeschlossen war, wurde um 1908 die Nummerierung der Häuser umgestellt.
Ursprünglich begann die Zählung an der Neuen Reihe, wobei die ungeradzahligen Hausnummern im Uhrzeigersinn bis zur Unteren Straße (heute Adelheidstraße) um den Platz herum liefen. Die geradzahligen Nummern liefen entgegengesetzt herum bis zum Knooper Weg. Die Grundstücke an der Westseite des Platzes gehörten damals zum Knooper Weg.
Die neue Zählung beginnt am Kleinen Kuhberg und geht mit fortlaufenden Hausnummern im Uhrzeigersinn einmal um den gesamten Platz herum. Der Knooper Weg beginnt seitdem erst an der Möllingstraße.

Wochenmarkt[Bearbeiten]

1902 wurde der ursprünglich auf dem Alten Markt stattfindende Wochenmarkt auf den Exerzierplatz verlegt. Seitdem ist er der Ort des größten Kieler Wochenmarkts. Marktzeiten sind mittwochs und sonnabends von 8 bis 13 Uhr. 1971 versuchte die Stadt, den Markt auf den Wilhelmplatz zu verlegen, scheiterte aber an den dagegen vorgebrachten Protesten.

Außerhalb der Marktzeiten stehen auf dem Platz gebührenpflichtige Kurzzeitparkplätze zur Verfügung.[1]

Exerzierplatz-Bunker[Bearbeiten]

Unter einem Teil des Platzes lag an seiner Südseite im Zweiten Weltkrieg ein Luftschutzbunker. Der Bunker besaß lediglich ein unterirdisches Geschoss und bot 650 Personen Schutz. Er wurde am 21. Juni 1945 gesprengt.

Stolpersteine[Bearbeiten]

  • Exerzierplatz 25 für Dorothea Wallach - geb. Tichauer, Hugo Wallach und Ursula Wallach

Unternehmen[Bearbeiten]

Historische Unternehmen[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Kiel „Exerzierplatz“ auf dem Online-Stadtplan der Stadt Kiel, aufrufbar auf kiel.de

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-G. Hilscher: Kieler Straßenlexikon. Fortgeführt seit 2005 durch Dietrich Bleihöfer, Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation der Landeshauptstadt Kiel, Stand: August 2018. Abrufbar auf www.kiel.de oder als .pdf-Datei, ca. 1,5 MB